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Motorsport: Wolsfelder Bergrennen zum zweiten Mal abgesagt

Motorsport : Nach Absage: War’s das mit dem Wolsfelder Bergrennen?

Der zweite Tiefschlag in Folge geht an die Existenz des EMSC Bitburg und einer ganzen Sportart. Was wird nun aus dem Wolsfelder Bergrennen?

Nur eine Absage – oder war es das mit dem Wolsfelder Bergrennen nach fast 60 Jahren? Oder sogar mit dem veranstaltenden und ausrichtenden EMSC Bitburg? Einen Tag, nachdem das traditionsreiche Motorsport-Event in der Südeifel zum zweiten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie hatte gecancelt werden müssen,  mehren sich die Anzeichen, dass die Kollateralschäden sehr viel größer sein könnten als zuvor angenommen.

„Ein Jahr kann man ja noch verkraften. Aber jetzt geht es ans Eingemachte. Jetzt wird es bedenklich. Wir haben ja zum zweiten Mal in Folge null Einnahmen. Es ist ja nicht nur das Rennen, sondern auch der Sommernachtsball, von dem wir leben. Wir haben ja nur noch unsere Mitgliedsbeiträge. Und was im nächsten Jahr sein wird, kann keiner sagen“, sagte Christoph Schackmann, der Präsident des Bitburger Vereins. Der EMSC stemmt den Publikumsmagneten an der Nims mit Tausenden von Zuschauern und einer internationalen Top-Besetzung an Pfingsten seit weit mehr als einem halben Jahrhundert.

Auch, was den Fortbestand des Rennens angeht, hegt der erfahrene Funktionär mittlerweile Zweifel: „Man sagt ja immer, wenn so eine Veranstaltung mal ein Jahr ausfällt, kann man das auch bei den Helfern irgendwie auffangen. Aber jetzt sind wir schon zum zweiten Mal in Folge nicht präsent. Das wird ja von Jahr zu Jahr schwieriger, die Leute zu vertrösten und dennoch nicht zu verlieren. Natürlich sagen alle, wir helfen wieder, wenn ihr wieder fahren könnt. Aber du kannst ja niemandem hinter die Stirn gucken. Wer weiß, was im nächsten Jahr ist.“

Sorgen machen sich die Bitburger auch um den Fortbestand der vielen Privatfahrer, der Teams und Vereine, für die Wolsfeld immer ein regelmäßiger jährlicher Anlaufpunkt mehrerer Prädikate ist. Die ersten Rennen in der EBM (Europa-Bergmeisterschaft), wie das legendäre Rechbergrennen in Österreich oder auch des Bergcups wie beispielsweise der Große Preis von Luxemburg in Eschdorf sind für dieses Jahr bereits abgesagt. Mangels Rennen hatte es bereits im vergangenen Jahr keine Internationale Serie KW Bergcup gegeben.

„Das trifft eine ganze Sportart“, sagt Schackmann und hört sich nicht sehr optimistisch an: „Im Moment kann niemand sagen, wie es weitergeht.“ In der Südeifel verlieren zudem Hoteliers, Gastronomen und Einzelhandel einen touristischen Schwerpunkt an den Pfingst-Feiertagen, dessen Einnahmen immer im jährlichen Budget eingeplant waren, zum zweiten Mal in Folge. Nicht zu vergessen die vielen Vereine aus Wolsfeld und Umgebung, für die das Bergrennen immer Existenzgrundlage war.