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Der wird doch wohl nicht!?

Spa-Francorchamps. Formel 1: Beim Grand-Prix von Belgien könnte Lewis Hamilton einen Schumi-Rekord knacken. Jens Marx


Spa-Francorchamps (dpa) Im typischen Ardennen-Wetter von Spa-Francorchamps hat Sebastian Vettel zum Auftakt des Großen Preises von Belgien gegen Lewis Hamilton keine Chance gehabt. Der WM-Spitzenreiter musste sich am Freitag beim Trainingskräftemessen seinem schärfsten Verfolger klar geschlagen geben.
"Das war noch nicht der beste Tag, was den Rhythmus angeht, wir haben aber verstanden, wo es noch fehlt", sagte Vettel. Gleichwohl bestätigte sich vorerst seine Befürchtung vor den ersten Formel-1-Runden nach der Sommerpause: "Der klare Favorit ist Mercedes."
In der schnelleren zweiten Einheit unter Rennbedingungen am Freitagnachmittag kam Vettel mit 0,482 Sekunden Rückstand auf Mercedes-Star Hamilton bei seinem 200. Grand Prix nur auf Platz fünf, ehe Regen auch in den letzten Minuten die Piloten empfindlich bremste. Wie schon am Vormittag kam Vettel auch am Nachmittag zudem nicht an seinem finnischen Ferrari-Kollegen Kimi Räikkönen vorbei, der als Spa-Experte gilt. Er ist mit vier Siegen auf dem Kurs der erfolgreichste Pilot im aktuellen Fahrerfeld.
Hamilton war es aber, der noch auf trockener Strecke als einziger unter 1:45 Minuten für die 7,004 Kilometer blieb. An der Rekordzeit schrammte der Brite nur 0,250 Sekunden vorbei. Jarno Trulli hatte die Bestmarke 2009 in der Qualifikation aufgestellt. "Es ist großartig, wieder zurück im Auto zu sein. Das war einer der stärksten Freitage, die wir in dieser Saison bisher hatten", betonte Hamilton. "Wir sind bestmöglich in das Wochenende gestartet."
Wie es enden soll, ist für Hamilton ebenso klar wie die Art und Weise es umzusetzen. Schon bevor es losgegangen war, hatte der 32 Jahre alte Brite mit ruhiger Stimme, aber martialischen Worten seine Entschlossenheit zum Ausdruck gebracht: "Ich kämpfe bis aufs Blut."
Räikkönen, Schnellster in der ersten Session vor Hamilton und Vettel, fehlten 0,262 Sekunden. Als Drittschnellster schob sich Hamiltons Silberpfeil-Kompagnon Valtteri Bottas auf Rang drei in der Gesamtabrechnung. Auch der in Belgien geborene Niederländer Max Verstappen schaffte es im Red Bull als Vierter noch vor Vettel. Nico Hülkenberg kam nach Platz zwölf am Morgen im Renault auf Position sieben. Pascal Wehrlein wurde im Sauber zweimal nur Vorletzter.
Vorn gab Hamilton das Tempo vor und stimmte sich vor seinem Jubiläumsrennen auch noch auf die mögliche Rekordpole ein. Gewinnt der Brite am Samstag (14 Uhr/RTL und Sky, Rennen am Sonntag, 14 Uhr) die Qualifikation, kommt er auf 68 Poles und stellt damit die lange Zeit unerreichbar scheinende Bestmarke von Michael Schumacher ein. Zudem würde er sich in die optimale Ausgangsposition für den 58. Sieg seiner Karriere bringen.