Heul doch, Motor!

Drifts durch den Weinberg, reihenweise PS-Boliden in der Trierer Innenstadt und jetzt schon große Erwartungen für nächste Jahr: Vom 23. bis 26. August feiert die Deutschland-Rallye als WM-Lauf in Trier ihr zehnjähriges Bestehen.

Trier/Nürburgring. Ein neuer Walter Röhrl, das wäre doch mal was: Vor 30 Jahren wurde der Regensburger zum zweiten Mal Rallye-Weltmeister, damals im Opel Ascona - und wurde im Land so gefeiert wie Jahre später vielleicht ein Sebastian Vettel in der der Formel 1. Auch wenn es 1982 in Deutschland noch längst keinen WM-Lauf gab.
Den gibt\'s seit zehn Jahren rund um Trier. Aber mangels deutscher WRC-(World Rallye Car-)Piloten wird die Großveranstaltung mit ihren Zehntausenden Zuschauern und mit den rund 450 akkreditierten Journalisten fast stärker im Ausland wahrgenommen als im eigenen Land. "Wir haben Zuschauer aus etwa 20 Nationen", sagt Rallyeleiter Armin Kohl. Das lässt sich etwa beim Showstart am Donnerstagabend in der Trierer Fußgängerzone überprüfen, wo sich die Fahrer vorstellen werden (20 Uhr). Fast jeder zweite Zuschauer reist laut Kohl aus Ausland an. Darunter sind viele Franzosen - schon weil der Elsässer Sebastién Loeb Jahr für Jahr gewinnt (Ausnahme: 2011, da siegte Sebastien Ogier), aber auch Tschechen, Finnen oder Esten.
Die Auflage in diesem Jahr wird zum doppelten Jubiläum - 30 Jahre Deutschland-Rallye, seit zehn Jahren als WM-Lauf. Aber es ist auch ein "Zwischen-Jahr". Sportlich ist Sébastien Loeb in diesem Jahr bisher wieder souveräner als Bayern München oder Michael Schumacher in den besten Jahren. Für Abwechslung sorgen die Veranstalter: Viele der 15 Wertungsprüfungen wurden teils stark variiert. Von den nun 62 Zuschauerzonen sind 27 neu eingerichtet worden. Nicht mehr im Programm ist die Wertungsprüfung bei Hermeskeil und Gusenburg (das Regrouping bei Bilstein in Mandern bleibt aber bestehen).
Die offizielle Pressekonferenz zur diesjährigen Deutschland-Rallye auf dem Nürburgring machte deutlich, dass der Blick bei den Machern weit übers Wochenende hinaus geht: So trugen vier der sechs Herren auf dem Podium das VW-Logo auf dem Poloshirt spazieren - auch wenn die Wolfsburger erst im nächsten Jahr eine Rolle spielen werden, weil sie als wichtiger deutscher Hersteller in die Rallye-WM einsteigen werden. "Das wird eine Bereicherung für die Deutschland-Rallye", freut sich ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk. Dann soll der Franzose Sébastien Ogier im nächsten Jahr im neuen VW Polo wieder ganz vorne mitfahren können. In diesem Jahr wird er in seinem Übergangs-Fahrzeug - ein Skoda Fabia - im Normalfall keine Chance haben, seinen Vorjahrs-Triumph in Trier zu wiederholen. Die letzte Prüfung am Sonntag, der Circus Maximus rund um die Porta Nigra, dürfte ihm aber selbst ohne Titelverteidigung Spaß machen: "Das ist einmaliges Erlebnis für jeden Piloten", sagt Ogier. Er ist einer von insgesamt 71 gemeldeten Startern.
Am Rande des WM-Laufs in Trier soll auch ein neuer Promoter der Rallye-WM vorgestellt werden. Denn fernsehmäßig war der WM-Lauf schon mal besser vertreten als in diesem Jahr. Eine Liveübertragung des Circus Maximus (Sonntag, 13.21 Uhr) gibt es nicht. Die ARD-Sportschau bringt am Samstag und Sonntag kurze Zusammenfassungen. Am Dienstagabend läuft zudem bei Sport1 eine Magazinsendung.