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Nagelprobe für Hacker bei Ruder-Weltcup

Nagelprobe für Hacker bei Ruder-Weltcup

Solist oder Teamplayer? Beim Weltcupauftakt im slowenischen Bled entscheidet sich, in welcher Ruder-Bootsklasse Marcel Hacker im weiteren Saisonverlauf an den Start geht.

Nach einem Jahr im Doppelvierer will sich der Skiff-Weltmeister von 2002 nun wieder als Einzelkämpfer versuchen. Von diesem Wunsch hält Hartmut Buschbacher jedoch wenig. Nur ein starker Auftritt von Hacker im Einer auf der WM-Strecke von 2011 könnte den Bundestrainer umstimmen. Mit Forderungen hält sich der beste Skuller des Deutsches Ruderverbandes (DRV) wohlweislich zurück: „In welchen Boot ich in Zukunft sitze, bestimmt ganz allein der Trainer. Aber ich bin jetzt ein Jahr im Großboot angetreten und darf nach dem Meistertitel im Einer meine Möglichkeiten testen.“

Statt mit Worten will Hacker mit Taten überzeugen. Einfach wird das nicht: Schließlich trifft er in Bled auf starke Konkurrenz. Bis auf den Neuseeländer Mahe Drysdale ist die gesamte Weltelite am Start. Der Wettstreit mit solch arrivierten Ruderern wie Ondrej Synek (Tschechien) und Alan Campell (Großbritannien) wird für Hacker damit zur Nagelprobe.

Buschbacher favorisiert jedoch eine schnelle Rückkehr seines Schützlings in den Vierer - zumindest bis zum Saisonfinale bei der WM Anfang November in Neuseeland. So sieht der bisherige Fahrplan des Bundestrainers vor, dass Hacker schon beim zweiten Weltcup in München (18. bis 20. Juni) wieder im Vierer rudert. Aus Sorge vor einem neuerlichen Olympia-Pleite will er den mitunter eigenwilligen Skuller behutsam auf den Einer-Wettbewerb in London 2012 vorbereiten.

Sowohl in Athen 2004 als auch in Peking 2008 war Hacker in der olympischen Skiff-Regatta nicht über Rang sieben hinausgekommen. „Es wäre nicht klug, sich schon jetzt auf den Einer festzulegen und Druck aufzubauen“, befand Buschbacher nach dem souveränen Einer-Sieg von Hacker vor zwei Wochen bei der Internationalen Wedau-Regatta.

Neben Hacker ist der DRV in Bled mit nur drei weiteren Booten aus den olympischen Klassen vertreten. Die beiden ungesteuerten Zweier und der leichte Vierer ohne Steuermann sollen für erste Weltcup-Punkte sorgen. Der restliche DRV-Kader tritt am selben Wochenende in Köln zu einem zweiten verbandsinternen Kleinboot-Test an. Erst danach will Buschbacher die Teams für die Weltcups in München und Luzern (9. bis 11. Juli) zusammenstellen. Bis dahin soll auch das Geheimnis gelüftet sein, wer die begehrten Rollsitze im Deutschland-Achter besetzt.