Olympiasieger Bischof erhofft zweite WM-Medaille

Olympiasieger Bischof erhofft zweite WM-Medaille

Nach der ersten WM-Medaille vor einem Jahr gab's noch Sushi bis zum Abwinken - ausgerechnet vor der WM in Japan kann Judo-Olympiasieger Ole Bischof davon nur träumen.

„Ich muss noch Gewicht machen. Ich muss noch zweieinhalb Kilogramm runter kriegen“, verriet die größte Medaillenhoffnung des Deutschen Judo-Bundes (DJB) der Nachrichtenagentur dpa. Abgesehen von der lästigen Pflicht des Abnehmens sieht sich der 31-Jährige aber für den Saisonhöhepunkt gerüstet. „Ich bin fit. Die WM kann kommen“, betonte Deutschlands Vorzeige-Judoka vor seinem Wettkampf in der Yoyogi-Halle von Tokio.

Nach seinem EM-Sieg 2005 und dem Olympia-Gold von Peking ist im Judo-Mutterland das Triple möglich, doch Bischof weiß um die riesige Konkurrenz in seiner Gewichtsklasse bis 81 Kilo. „Als Olympiasieger bin ich ein klarer Mitfavorit auf diesen einen ersten Platz. An einem guten Tag ist der Titel drin, an einem schlechten fliege ich aber gleich in der ersten Runde raus.“ Wie es gehen kann, erfuhr Bischof bei der WM 2009, als er gegen den späteren Weltmeister Ivan Nifontow (Russland) verlor. „Das ist Judo. Da fällt man halt mal auf den Rücken“, sagt Bischof, dem aber Bronze blieb. Auch in Japan sieht Bischof in Nifontow den Hauptkonkurrenten. „Er ist der Favorit.“

Vor zwei Jahren holte der Reutlinger bei den Sommerspielen Gold - und wurde vom angesehenen Vertreter einer Randsportart zum gefragten Mann. Auch finanziell hat sich der Olympiasieg ausgezahlt, doch für Bischof zählt vor allem die Erfüllung seines sportlichen Traumes. „Dieser Tag hat mein Leben verändert. Ich kann nur jedem wünschen, dass er einmal im Leben ebenso glücklich ist, wie es mir 2008 vergönnt war“, befand Bischof einmal auf seiner Homepage.

Im WM-Jahr ließ er es langsam angehen. Die EM in Wien Ende April ließ Bischof links liegen, Vorrang hatte erst einmal sein Volkswirtschaftstudium. „Ich muss schauen, wie ich mich absichere“, sagt er. Erst Mitte März stieg der Olympiasieger mit einem internationalen Trainingslager in Tenri nahe Osaka in die Saison ein. Dort verbrachten Bischof und seine deutschen Mitstreiter nun auch die letzten Tage vor der WM - dann ging es mit dem Shinkansen-Schnellzug in die japanische Hauptstadt.

„Dort will ich mein bestes Judo zeigen“, verspricht die deutsche Medaillenhoffnung. Selbst seine hartnäckige Schulterverletzung soll auf dem Weg zur erhofften zweiten WM-Medaille nach Bronze 2009 kein Hindernis sein. „Es ist immer noch nicht perfekt. Aber ich kann damit kämpfen“, sagt Bischof. Ausruhen, Abnehmen und Video-Studium stehen erstmals auf dem Programm - am Freitag geht es für Bischof dann zur Sache. „In meiner Gewichtsklasse gehen 81 Athleten an den Start. Aber davon werden 80 nicht der Sieger sein“, sagt er. „Das ist überhaupt nicht kalkulierbar. Es kommt halt immer auf den Tag an.“

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