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Paintball - vom Hobbytrend zum Trendsport?

Paintball - vom Hobbytrend zum Trendsport?

Sport ist allgemein im Trend und viele Menschen zieht es in die Fitnessstudios, Sportvereine und Schwimmbädern, nicht nur im Januar, wenn die guten Vorsätze noch ganz frisch sind.

Wie die Stiftung für Zukunftsfragen feststellt , sind immer mehr Menschen daran interessiert, etwas für die eigene Gesundheit zu tun, teilweise zu Lasten der sozialen Kontakte. Doch neben dem allseits verbreiteten Joggen oder dem individuellen Fitnessplan gibt es viele sportliche Aktivitäten, die nur in der Gruppe getätigt werden können - so auch das Paintball, bei welchem sich zwei Gruppen spielerisch "bekriegen".Paintball ist landläufig auch unter dem Begriff Gotcha bekannt und gehört in die Gruppe der Mannschaftssportarten. Aufgrund der Tatsache, dass die Spieler hier mit Druckluftwaffen und Farbkugeln gegeneinander antreten, wird das Spiel teilweise sehr kritisch - als "Kriegsspiel" - gesehen. Dabei hat sich Paintball zu einem Sport entwickelt, der in Turnieren und Ligen sehr professionell betrieben wird.

Paintball: Entstehung, Spielregeln und Ablauf

Paintball ist ein taktischer Mannschaftssport. Mittlerweile existieren in Deutschland, Europa und den USA eigenständigen Ligen sowie Turnierserien. Zudem sind seit den Anfängen immer neue Spielvarianten entstanden, wie:

- Capture the Flag

- Deathmatch

- Civil War o. Ä.

Die Anfänge des Paintball reichen bis in die 1970er Jahre zurück. Der Idee zu den ersten Paintball-Spielen ging allerdings die Entwicklung der Hardware voraus. Letztere steht in besonderer Beziehung zur Nelson Paint Company. Diese hatte bereits Mitte des 20. Jahrhunderts Methoden zur Farbmarkierung von Bäumen für die Forstwirtschaft entwickelt.

Durch die Kombination von Farbkugel und Druckluftpistole wurde die Markierung der Bäume wesentlich vereinfacht. Erst später wurde die Hardware für den Mannschaftssport "entdeckt". Anfang der 1980er Jahre fand das erste Paintball-Spiel statt. Heute wird für die Spiele eine Farbkugel auf Gelatinebasis verwendet, welche mit eingefärbtem Polyethylenglycol verschossen wird. Zum etablierten Sport wurde das Spiel mit Gründung der National Professional Paintball League (NPPL) in den frühen 1990er Jahren.

Zentrales Element des Spiels ist das Antreten zweier Mannschaften, die gegeneinander spielen. Die mit der Druckluftwaffe verschossenen Kugeln zerplatzen beim Aufprall. Wird ein Spieler von einer solchen Kugel getroffen und markiert, muss er das Spielfeld verlassen. Die Spielregeln variieren mit der Spielvariante. Beim Capture the Flag geht es darum, die Flagge des Gegners zu erobern und zur eigenen Base zu bringen. Im Spielmodus VIP muss jede Mannschaft einen festgelegten Spieler (den VIP) beschützen.

Wie hat sich das Spiel weiterentwickelt?

Paintball ist ein Mannschaftssport, der sich erst in den letzten fünf Jahrzehnten zu seinem heutigen Bild entwickelt hat. Die 1970er Jahre bzw. 1980er Jahre sind wegweisend als Entstehungsphase für Paintball. 1981 fand schließlich das erste Spiel von ein paar Freunden, die Outdoor-Survial als Hobby hatten, statt. Wie ging es danach mit dem Spiel weiter?

Mit dem ersten Spiel begann die Vermarktung der Hardware. Es entstand die Bezeichnung "The Survival Game" bzw. "National Survival Game". In der Folge entstanden Spielfelder für Paintball in den USA. Einen deutlichen Schub hat Paintball als Sport in den 1990er Jahren erfahren. In den Jahren 1992/1993 entstand durch die Gründung der National Professional Paintball League (NPPL) eine organisierte Basis für Paintball.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die erste Weltmeisterschaft 1996. Inzwischen lassen sich zwei wesentliche Spielweisen unterscheiden. Amateure, die Paintball einfach in ihrer Freizeit spielen oder ausprobieren wollen, gehören zu den Rec-Spielern. Profis, die Paintball als Sport betreiben, sind Tournament-Player.

Was sollten Anfänger beachten?

Einsteigern bieten heute Veranstalter/Betreiber von Paintball Plätzen und Hallen die Möglichkeit, in das Spiel hinein zu schnuppern . Hier wird das Equipment durch die Spieler ausgeliehen. Der Vorteil: Beginner müssen die Hardware - also Druckluftpistole und Munition - nicht selbst über einen Paintball Shop anschaffen und warten.

Grundsätzlich brauchen Beginner, die nicht mehr als Verleihspieler auftreten wollen:

- einen Markierer (Druckluftpistole)

- die Bälle (Paint)

- entsprechende Schutzkleidung (Helm, Gesichtsschutz etc.)Darüber hinaus muss Anfängern klar sein, dass Paintball im Wesentlichen auf einer gemeinsamen Taktik aller Spieler beruht. Gegenseitiges Decken gehört genauso dazu wie Teamwork im Angriff. Einsteiger neigen zudem schnell dazu, aus sicherer Deckung ungezielt zu feuern. Hier passieren zwei Dinge: Die Position wird verraten und einfach Paint verschossen.

Übrigens: Spieler, die getroffen werden, nehmen die Hand an den Kopf - und fallen damit als Ziel aus. Da Schüsse aus der Nahdistanz schmerzhaft sind, hat sich unter den Spielern etabliert, den Gegner verbal (Gotcha) aus dem Spiel zu nehmen.

Alternativen zum Paintball

Paintball gehört zu den spektakulären Mannschaftssportarten, die Konzentration, Taktik und Schnelligkeit in den Vordergrund stellen. Und Paintball ist die Vorlage für weitere Variationen und Spiele, die auf ähnlichen Prinzipien beruhen. Wie sehen diese "Alternativen" aus?

- Lasertag: Im grundlegenden Spielprinzip erinnert Lasertag an Paintball. Ziel ist es auch hier, den Gegner zu markieren. Allerdings beruht Lasertag auf dem Einsatz von Lichtstrahlen, welche über die Lasertag-Waffe auf eine Sensorweste abgefeuert werden. Damit ergeben sich einige Unterschiede. Spieler brauchen keine umfassende Schutzkleidung. Und dank der elektronischen Komponente lassen sich Features wie Power-Ups in das Spiel integrieren.

- Airsoft: Entstanden in Japan, ist Airsoft der dem militärischen Grundgedanken wahrscheinlich am nächsten kommende Mannschaftssport. Verwenden werden Repliken echter Waffen, welche Kugeln mit sechs Millimeter Durchmesser aus Plastik verschießen. Neben dem reinen Sportgedanken kann Airsoft auch als sogenanntes Reenactment betrieben werden, was auf realen Vorbildern basiert.

Fazit: Paintball ist ein Spiel für Jedermann

Bei Paintball kommt es auf Schnelligkeit und Taktik an. Der Mannschaftssport hat sich in den letzten Jahren auch in Deutschland etabliert und wird hier gern gespielt. Wer mit Paintball anfangen will, muss heute nicht unbedingt gleich hunderte Euro in die Ausrüstung investieren. Betreiber von Paintball-Parks fungieren auch als Verleiher. Auf diese Weise schnuppern Beginner in den Fun-Sport rein und können erste Erfahrungen sammeln. Vielleicht führt später der Weg in Richtung einer professionellen Spielerkarriere.

Die Ausrüstung für Paintball ist mitunter recht umfangreich - doch Anfänger müssen sich nicht alles sofort selbst kaufen. Foto: © PublicDomainPictures (CC0-Lizenz) / pixabay.com


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