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125 000 Euro zum 18. Geburtstag

125 000 Euro zum 18. Geburtstag

Im Sommer wird 800 Kilometer lang in die Pedale getreten, in der Vorweihnachtszeit wird gefeiert! Die Abschluss-Veranstaltung der Fairplay-Tour ist mittlerweile Tradition geworden. Diesmal kamen insgesamt 125 000 Euro an Spenden zusammen.

Trier. Nein, bei der Fairplay-Tour wird auch nach deren 18. Geburtstag nicht an den Rädern gespart. Die Artisten des Schulzirkus' Salentin aus Jünkerath fuhren am Freitagabend zwar in den Tour-Trikots mit traumwandlerischer Sicherheit auf nur einem Reifen durch die Nebenhalle der Arena Trier, bei der Fairplay-Tour wird im kommenden Jahr aber wieder auf Zweirädern durch die Großregion, durch Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien geradelt. Das Schulprojekt von Tour-Mitinitiator Herbert Ehlen zeigte aber, wozu Kinder und Jugendliche fähig sind, wenn sie gefordert werden.
Auch die mehr als 300 Tour-Teilnehmer überraschten im Sommer oft Eltern, Verwandte und Bekannte mit ihrer Leistungsfähigkeit, ihrer Disziplin und ihrem Engagement für Altersgenossen zumeist im Entwicklungsland Ruanda. "26 000 Euro ist allein der Anteil, den die Kinder und Jugendlichen zusammengetragen haben", sagte der Trierer Sportakademie-Geschäftsführer Klaus Klaeren, der 1999 zusammen mit Ehlen die Fairplay-Tour-Idee hatte.
Für die Heranwachsenden hieß das Klinkenputzen, Verwandte, Bekannte und Geschäftsleute vor Ort von der guten Sache zu überzeugen. Durch Spendenläufe an Schulen kamen sogar 87 000 Euro zugunsten der Deutschen Welthungerhilfe (DWH) zusammen. Das ergab am Ende eine Spendensumme von insgesamt 125 000 Euro. In Ruanda, einem Partnerland von Rheinland-Pfalz, gilt bei der Vergabe der Gelder das Motto "Hilfe zur Selbsthilfe".
Das bedeutet in diesem Fall Investitionen ins Schulsystem. "Ein Kind, ein Lehrer, ein Buch und ein Stift können die Welt verändern", zitierte Innen-Staatssekretär Randolf Stich die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai zur Bedeutung von Bildung für die Entwicklung der Menschen und eines Landes. Dass Investitionen trotz des langjährigen Engagements immer noch nötig sind, verdeutlichte Mathias Mogge von der Deutschen Welthungerhilfe an Bildern vom aktuellen Projekt. Ein Schulgebäude sei so marode, dass man es gleich ganz neu bauen müsse. Vor allem seien es oft die kleinen Dinge, die schon sehr viel weiterhelfen würden: "Häufig steht kein Wasser zur Verfügung", erklärte Mogge. Deshalb gehören Regenwasserzisternen bei allen DWH-Aktionen in Ruanda dazu.