Achter will den vierten WM-Titel

Chungju · Die erste Niederlage seit vier Jahren sei eher Motivation gewesen, sagt Richard Schmidt. Der Trierer will bei der am Sonntag beginnenden WM in Korea nach dem Olympiasieg zum vierten Mal in Folge Ruder-Weltmeister im Achter werden. Jost Schömann-Finck aus Zeltingen-Rachtig ist im leichten Vierer am Start.

 Jost Schömann-Finck. Foto: Privat

Jost Schömann-Finck. Foto: Privat

Chungju. Auch wenn der Deutschlandachter Mitte Juli in Luzern das erste Mal seit den Olympischen Spielen in Peking 2008 bei einem Weltcup den Bug nicht als Erster über die Ziellinie schob, hat die Niederlage gegen die USA niemanden geschockt. Irgendwann musste die Serie ja reißen.
"Wir haben das eher als Motivation gesehen. Es war ja auch nicht deutlich", sagt der Trierer Richard Schmidt. 0,38 Sekunden lagen die Deutschen nach 2000 Metern auf dem Rotsee zurück. Kein Grund zur Aufregung. Aber eine Aufforderung zum Optimieren.
Das wurde getan. Im WM-Vorlauf am Montag auf dem Tangeum-See im südkoreanischen Chungju (6 Uhr MESZ) wird in der gegenüber dem Olympiasieg auf vier Positionen neuformierten Mannschaft wieder Kristof Wilke (Radolfzell) die Schlagmannposition einnehmen. So wie 2012 in London. Richard Schmidt bleibt auf der rechten Bootsseite sogenannter Co-Schlagmann. Der Ruderer vom RV Treviris Trier hat damit die wichtige Aufgabe, den Rhythmus an den von Anton Braun (Berlin) und Maximilian Reinelt (Ulm) gebildeten sogenannten Steuerbordzwilling weiterzugeben. Mit dieser Kombination statt der gleichmäßigen Verteilung der Riemen (einmal rechts, einmal links), haben die deutschen Achterruderer zuletzt wegen der harmonischeren Kraftverteilung gute Erfahrungen gemacht. "Kristof fährt etwas rhythmischer, womit die Mannschaft insgesamt, denke ich, besser klarkommt und ihre Leistung besser abrufen kann", begründete Bundestrainer Ralf Holtmeyer außerdem die Umbesetzung. Das WM-Finale ist am 1. September um 9.33 Uhr MESZ.
Auch wenn er Olympiasieger sei, seinen Platz im Deutschlandachter habe er sich auch in dieser Saison erst wieder erkämpfen müssen, sagt Schmidt: "Man muss sich immer wieder neu beweisen und kann sich auf nichts ausruhen." Nach dem ersten Test im Zweier hatte es noch nicht so gut ausgesehen. "Doch als ich mit Eric (Johannesen, d. Red.) den zweiten Test gewonnen hatte, war schnell klar, dass wir drin sind", sagt Schmidt. Das WM-Ziel ist für den Trierer, der seit diesem Jahr auch Aktiven-Sprecher des Deutschlandachters ist, klar: "Möglichst alle schlagen!"
Davon kann Jost Schömann-Finck momentan nur träumen. "Realistisch gesehen ist eine einstellige Platzierung möglich", sagt der Olympiateilnehmer von Peking zu den Chancen des deutschen Leichtgewichts-Vierers nach dem elften Platz beim Weltcup-Finale und Platz sieben bei der Europameisterschaft.
Der 30-Jährige aus Zeltingen-Rachtig ist der Älteste im Boot, das sonst mit Nachwuchsleuten besetzt ist. "Wir sind im Neuaufbau. Ich sehe da Perspektiven in Richtung Olympische Spiele 2016", sagt der Ruderer, der für den RV Saarbrücken startet.

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