1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Alle für Andy: Schleck soll es richten

Alle für Andy: Schleck soll es richten

Mit Radioshak-Nissan-Trek gibt es im Profiradsport eine neue Top-Equipe. Der Rennstall mit Sitz in Luxemburg möchte 2012 die Nummer eins in der Welt werden. Lokalmatador Andy Schleck träumt von seinem ersten Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt.

Esch/Alzette. Nur zwölf Monate nach der mit reichlich PR-Pomp gefeierten Geburt ist das luxemburgische Profiradsport-Team Leopard-Trek schon wieder Geschichte. Die Mannschaft, die ihrer zugedachten Rolle als "Real Madrid des Radsports" im Jahr 2011 nicht ganz gerecht wurde, ist mit der ebenfalls hinter ihren Erwartungen zurückgebliebenen Equipe von Radioshak (USA) im neuen Rennstall "Radioshak-Nissan-Trek" aufgegangen.
Gestern ist das neue Mega-Team in der Beletage des Radsports in der Rockhal Esch vorgestellt worden. Starker Mann an der Spitze ist der nicht unumstrittene Generalmanager Johann Bruyneel. Als Sportchef der Teams US Postal/Discovery Channel und Astana war der Belgier einst Wegbereiter für die Tour-de-France-Erfolge von Lance Armstrong (insgesamt sieben zwischen 1999 und 2005) sowie Alberto Contador (2007, 2009). Im Mai 2010 hatte Ex-Profi Floyd Landis behauptet, Bruyneel habe ihn in seinen ersten Jahren beim Team US Postal in die Welt des Dopings eingeführt. Bruyneel bestreitet die Anschuldigungen vehement.
Radioshak-Nissan-Trek geht gleich mit sechs Kapitänen an den Start. Die luxemburgischen Brüder Andy und Fränk Schleck, der Schweizer Fabian Cancellara und der Däne Jakob Fuglsang erhalten schlagkräftige Unterstützung der Ex-Radioshak-Fahrer Andreas Klöden und Chris Horner (USA).
Das Team fährt weiterhin mit einer luxemburgischen Lizenz. Betreiber ist die Firma Leopard SA des luxemburgischen Sportmäzens und Immobilien-Maklers Flavio Becca. Schätzungen zufolge könnte der Jahresetat des Rennstalls mehr als 20 Millionen Euro betragen.
Im Mittelpunkt aller Anstrengungen steht die Tour de France. Nach drei zweiten Plätzen in Folge strebt Andy Schleck endlich Rang eins im Gesamtklassement an. "Wir alle wollen Andy helfen, dass er gewinnt", sagt Horner. Schleck nimmt die Favoritenrolle an. "Die Tour hat Priorität", sagt der 26-Jährige, der allerdings vor einem Problem steht: Bei der Tour 2012 müssen mehr Zeitfahr-Kilometer absolviert werden als im vergangenen Jahr. Der Kampf gegen die Uhr zählt nicht gerade zu den Stärken Schlecks. Doch Andy gibt sich optimistisch: "Ich muss mich ohne Frage im Zeitfahren verbessern. Das tue ich durch spezielles Training. Zudem feile ich an meiner Sitzposition. Dennoch will ich mich vor allem aufs Klettern konzentrieren. Beim Zeitfahren kann ich die Tour nicht gewinnen."
Neben Klöden zählen drei weitere Deutsche zum 30-köpfigen Teamkader: Jens Voigt (40), der vor seiner wahrscheinlich letzten Saison als Profi steht, Linus Gerdemann und Robert Wagner.Extra

Schwitzen in Spanien: Für den Eifeler Radprofi Johannes Fröhlinger hat das Jahr 2012 mit einem Trainingslager im spanischen Altea unweit von Alicante begonnen. Seit gestern und bis zum 13. Januar bereitet er sich dort mit den Kollegen seines Teams auf die anstehende Saison vor. Der niederländische Rennstall, für den der 26-Jährige in die Pedale tritt, trug bis zum Ende des vergangenen Jahres den Namen "Skil-Shimano". Nach dem Ausstieg des Werkzeugherstellers Skil als Finanzier wird das Team ab Frühjahr einen neuen Namen tragen. Dann wird der neue Hauptsponsor präsentiert, der bereits gefunden sein soll. Um ihn wird bislang ein großes Geheimnis gemacht. Bis dahin heißt die Equipe Project 1t4i ("1t" soll den Teamspirit symbolisieren, die vier "i" stehen für Inspiration, Integrity, Improvement und Innovation). Mit dem neuen Sponsor will der Rennstall in die erste Liga des Radsports aufsteigen. Dazu hatte er für 2012 eine ProTeam-Lizenz beantragt, zum Zuge gekommen ist er aber (noch) nicht. Kein Beinbruch - findet Fröhlinger, der in der Mannschaft auch 2012 als verlängerter Arm des sportlichen Leiters fungieren soll. Der Seiwerather (Eifelkreis Bitburg-Prüm) startet im Februar bei der Andalusien-Rundfahrt in die Saison. Höhepunkte danach sind das Etappenrennen Paris-Nizza sowie die Ardennen-Klassiker. Im Sommer hofft Fröhlinger auf eine Teilnahme an der Tour de France: "Die Chancen für eine Wildcard sind vielversprechend." bl