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Motorsport
84-Jähriger Kröver überrascht mit altem Wartburg

In ihrem 53 Jahre alten Alfa Romeo Giulia belegten Beifahrer Axel Weinand aus Platten und sein Pilot Rudolf Hofmann den 53. Rang unter 317 Startern bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge.
In ihrem 53 Jahre alten Alfa Romeo Giulia belegten Beifahrer Axel Weinand aus Platten und sein Pilot Rudolf Hofmann den 53. Rang unter 317 Startern bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge. FOTO: ACM / TV
Monte Carlo/Kröv. Alle regionalen Teilnehmer überfahren bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge die Zielrampe. Von Björn Pazen

Am Ende schmeckte der Champagner im edlen Ambiente des Nobelhotels im mondänen Monte Carlo allen regionalen Beteiligten. Die drei Teams mit Fahrern oder Beifahrern von der Mosel hatten das wichtigste Ziel erreicht. Sie hatten früh am Morgen die Zielrampe der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge überfahren und waren wohlbehalten angekommen. Sie hatten dem Schnee getrotzt und waren mehr oder weniger problemlos durch die berühmte Nacht der langen Messer gekommen.

Den Vogel aus regionaler Sicht haben Frank und Gerhard Richter aus Kröv abgeschossen: Mit ihrem 58 Jahre alte Wartburg 311 GT, mit dem Vater Gerhard in den 1960er Jahren DDR-Rallyemeister geworden war, beendeten sie die Rallye auf dem 19. Gesamtrang unter 317 Startern. „Das ist das beste Ergebnis, das je ein Wartburg bei der Rallye Monte Carlo erreicht hat“, sagt der 84-jährige Gerhard Richter, der als Beifahrer seines Sohnes für den exakten „Aufschrieb“ der Wertungsprüfungen zuständig war.

Die Richters wurden Klassensieger, erreichten Rang zwei in ihrer Kategorie und – darauf legt Gerhard Richter besonderen Wert – ließen 35 von 36 gestarteten Porsche hinter sich. „Das war unglaublich“, sagt der Routinier.

Aber wie kann ein Oldie mit gerade einmal 50 PS die viel stärkeren 911er hinter sich lassen? Ganz einfach, bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge geht es um Gleichmäßigkeit. Also darum, genau die jeweils vorgegebenen Zwischen- und Endzeiten zu erreichen. Dabei spielt die PS-Zahl nicht unbedingt die Hauptrolle, sondern das fahrerische Können.

Dieses Können zeigten auch Axel Weinand aus Platten und sein Pilot Rudolf Hofmann (Gunzenhausen) in ihrem Alfa Romeo Giulia (Baujahr 1965) – zumindest an den letzten eineinhalb Tagen. Nachdem sie von einem langsam vorausfahrenden anderen Teilnehmer in den engen, kurvenreichen und teilweise verschneiten Streckenabschnitten ausgebremst worden waren und fast die Hälfte ihrer gesamten Strafpunkte in dieser Wertungsprüfung kassiert hatten, kämpften sich beide auf den 53. Platz im Gesamtklassement nach vorne. „Gerade in der letzten Nacht konnten wir noch viele Plätze gutmachen. Wir sind zufrieden mit unserem Abschneiden, auch weil wir unsere Klasse gewonnen haben“, sagt Weinand.

Seine 13. Teilnahme brachte Winzermeister Günter Meierer aus Osann-Monzel (ebenfalls Kreis Bernkastel-Wittlich) hingegen kein Glück. Als Beifahrer von Gert Pierer aus Salzburg in einem Volvo 122 S, Baujahr 1965, beendete er die Rallye nach einigen technischen Problemen auf Rang 92. Alle drei Duos mit regionalen Teilnehmern konnten am Ende aber gemeinsam feiern – denn als Teil des deutschen Teams HRRT landeten sie auf Rang vier (von 38) in der Mannschaftswertung.

„Die Rallye war wie immer ein ganz besonderes Erlebnis. Viele Fans waren an der Strecke. Sie machten sich einen Spaß daraus, Schnee auf die Fahrbahn zu werfen, damit die Fahrzeuge in den Kurven mehr driften. Die Organisation war perfekt“, lautet das Fazit von Weinand, der zum neunten Mal in Monte Carlo am Start war. Noch zwei Rallyes stehen in diesem Jahr für ihn und Hoffmann an: In San Remo gehen sie mit ihrem Alfa als Titelverteidiger an den Start, im Spätsommer folgt die Polen-Rallye für historische Fahrzeuge.