Alles VW oder was?

Optimales Wochenende im dritten Anlauf: Volkswagen feiert bei der ADAC Rallye Deutschland einen Dreifach-Triumph in Trier. Sieger Sébastien Ogier (Polo R WRC) sowie Jari-Matti Latvala und An dreas Mikkelsen waren zu schnell für die Konkurrenz.

Trier. Ein Franzose namens Sébastien feiert an einem August-Sonntag vor der Porta Nigra. Daran hat man sich in Trier gewöhnt. War jedes Jahr so, von 2002 bis 2012. Neunmal siegte Loeb, einmal Namensvetter Ogier, 2011. So war Ogiers zweite Feier in Trier nach der ADAC Rallye Deutschland zwar keine Überraschung. Aber wie souverän der 31-jährige VW-Pilot die Favoritenrolle annahm und erfüllt - das hatte Klasse. "Das war eine wunderschöne, sehr schwierige Rallye", schwärmte Ogier gleich nach seinem Sieg nach 21 Prüfungen quer durch die Region - von der Eifel und Mosel bis ins nördliche Saarland und nach Baumholder. "Wir hatten großen Druck. Schließlich hatte jeder einen Sieg von uns erwartet." Für VW mit seinen Polo R WRC hätte das Wochenende kaum besser laufen können. Zum dritten Mal in der laufenden WM-Saison landeten gleich drei VW-Piloten auf dem Podium. Ogier und Co-Pilot Julien Ingrassa hielten die Markenkollegen Jari-Matti Latvala und Andreas Mikkelsen auf Distanz. Die Vorentscheidung fiel am Samstag, als Ogier seinem Teamkollegen beim zweiten Durchgang auf der Panzerplatte über 15 Sekunden abnahm. Für die Sieger in Trier der Jahre 2013 und 2014 ging es nur darum, wer Nummer eins hinter den dominierenden VW wird. Der Spanier Dani Sordo platzierte sich im Hyundai i20 WRC knapp vor seinem Teamkollegen und Vorjahressieger Thierry Neuville. Der 27-Jährige aus dem belgischen St. Vith hatte sich eigentlich einen Podestplatz erhofft, unzufrieden war er aber nicht. "Es war ein tolles Duell mit Dani. Für Hyundai war es eine gute Rallye", bilanzierte Neuville. Der südkoreanische Hersteller zog in der Herstellerwertung an Citroen vorbei. VW kann sowohl was die Marken- als auch die Fahrerwertung angeht, den Sekt kaltstellen. Ogier kann in drei Wochen beim zehnten WM-Lauf vorzeitig seinen dritten WM-Titel in Folge klarmachen. Dazu braucht er einen Sieg in Australien. Das wäre dann sein 31. - und Ogier stünde in der WRC-Bestenliste alleine auf Platz zwei. Noch aber teilt er sich den Platz nach dem Sieg in Trier mit Rallye-Legende Marcus Grönholm. Wer in der ewigen Liste ganz vorne liegt? Klar: der andere Sébastien. Extra

ADAC Rallye Deutschland, Endstand: (21 Prüfungen/374,43 Prüfungs-km/1397 Gesamt-km): 1. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (Frankreich) — VW Polo 3:35:49,5 Std.; 2. Jari-Matti Latvala/Miikka Anttila (Finnland) — VW Polo + 0:23,0 Min.; 3. Andreas Mikkelsen/Ola Fløene (Norwegen) — VW Polo + 1:56,6; 4. Daniel Sordo/Marc Marti (Spanien) — Hyundai i20 + 2:09,3; 5. Thierry Neuville/Nicolas Gilsoul (Belgien) — Hyundai i20 + 2:33,8; 6. Elfyn Evans/Daniel Barritt (Großbritannien) — Ford Fiesta + 2:52,1; 7. Mads Østberg/Jonas Andersson (Norwegen/Schweden) — Citroën DS3 + 3:12,5; 8. Ott Tänak/Raigo Mölder (Estland) — Ford Fiesta + 4:26,6; 9. Hayden Paddon/John Kennard (Neuseeland) — Hyundai i20 + 4:46,8; 10. Stéphane Lefebvre/Stéphane Prévot (Frankreich/Belgien) — Citroën DS3 + 4:54,5 Fahrer-Wertung, nach 9 von 13 Läufen: 1. Sébastien Ogier (Frankreich) — VW 207 Pkt.; 2. Jari-Matti Latvala (Finnland) — VW 114; 3. Andreas Mikkelsen (Norwegen) — VW 98; 4. Mads Østberg (Norwegen) — Citroën Total 90; 5. Thierry Neuville (Belgien) — Hyundai 80; 6. Elfyn Evans (Großbritannien) — M-Sport Ford 61; Team-Wertung, nach 9 von 13 Läufen: 1. VW (Deutschland) 300 Pkt. 2. Hyundai (Südkorea) 161 3. Citroën (Frankreich) 148