Am Brett macht ihm keiner etwas vor

Am Brett macht ihm keiner etwas vor

Für viele Schachtalente ist er der König. Seit 25 Jahren betreut Richard Michalowski eine Schach-Arbeitsgemeinschaft an der Grundschule Nittel. Diese besuchten von Anfang an mehrheitlich Mädchen. Inzwischen hat Michalowski einige echte Profis am Brett geformt.

Konz/Nittel. Mit elf Jahren entdeckte Richard Michalowski Schach für sich. Andere Sportarten konnte er kaum ausüben, weil er wegen einer Scharlacherkrankung schon als Kind körperliche Beeinträchtigungen hatte. Seine Liebe für den Sport gibt Michalowski, der für die SG Konz-Zewen spielt, immer noch an Kinder und Jugendliche weiter.
1991 gründete er eine Arbeitsgemeinschaft (AG) an der Grundschule Nittel. In erster Linie gingen Mädchen dorthin, um das Brettspiel zu lernen. Bis dahin sei dem Mädchenschach in Rheinland-Pfalz kaum Vertrauen geschenkt worden, bestätigt Kadertrainer Viktor Wiens. Erst durch die AG von Michalowski rückte es aus dem Nischendasein heraus. Jedes Jahr gibt es an der Grundschule ein Girls-Day-Simultanturnier, das es in dieser Form im gesamten Bundesland nur in Nittel gebe, sagt der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen Schachjugend, Wolfgang Klüsserath.
Der Einsatz von Michalowski zahlt sich aus. 2014 gewann Nittel die Grundschulmannschaftsmeisterschaft des Schachbezirks Trier und verbuchte in Sophie Biermann die Meisterin am Brett. In seiner Nitteler AG betreut Michalowski zur Zeit 32 Kinder in sechs Gruppen, darunter sind 15 Jungen und 17 Mädchen. Er hoffe darauf, in den kommenden Jahren erneut den einen oder anderen Pokal an die Grundschule holen zu können.
Auch im Verein räumen seine Talente wie Sophie Biermann und Tabea Schilz ab, die schon diverse Meisterschaften gewannen. Michalowski zog einst als Pensionär in die Region, zuvor war er Lehrer im westfälischen Gladbeck. In diesen Tagen feiert der Schachtrainer mit Leidenschaft seinen 80. Geburtstag. red

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