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American Football: Die Trier Stampers Ladies starten am Sonntag

American Football : Eine Halbrunde ohne Heimspiele

American Football: Die Trier Stampers Ladies starten am Sonntag in ihre zweite Saison, welche einige Besonderheiten mit sich bringt.

Seit Mitte März ist Anna Ludwig (25) fast täglich in Kontakt mit den anderen Vereinen der Division Süd-West im American Football. Gemeinsam haben die Verantwortlichen der Damenmannschaften aus der zweithöchsten deutschen Footballliga pausenlos für ihren Sport gekämpft. Jetzt steht das vom Verband abgesegnete Konzept: An drei Wochenenden wird das Trierer Team Spiele gegen die Mainz Golden Eagles, die Saarland Lady Canes und die Mannheim Banditaz bestreiten. „Die Termine liegen jeweils 14 Tage auseinander, um der Inkubationszeit des Virus Rechnung zu tragen“, erklärt Ludwig. Zudem wird lediglich eine Halbrunde ausgetragen, Auf- oder Absteiger werden nicht ausgespielt.

Nahezu alle Partien werden im baden-württembergischen Mannheim stattfinden. Hierzu sind die Teams aufgrund der unterschiedlichen Corona-Regelungen der Bundesländer gezwungen. Stampers-Cheftrainer Martin Charles erklärt: „Das Austragen eines Heimspiels wäre uns hier in Trier trotz aller Bemühungen nicht möglich gewesen.“

In einer Wettkampfsituation dürfen nach den aktuellen Corona-Auflagen des Landes Rheinland-Pfalz nur 50 Leute gleichzeitig auf dem Feld stehen. „Wir benötigen mindestens 16 Aktive am Spieltag um spielfähig zu sein, dazu kommen der Trainerstab, die Schiedsrichter, die Chaincrew sowie Wasserträger“, zählt Charles auf. Da wäre es schon ganz schön eng geworden. Deswegen reisen die Trierer nun auf die andere Rheinseite. Hier dürfen 100 Leute auf den Sportplatz.

Während die Teams aus Gießen und Darmstadt zurückziehen mussten, ist im Trierer Team der Rückhalt für Wettkampfspiele trotz Corona da. „Wir haben im Winter hart trainiert, ein neues Playbook installiert und uns richtig reingehängt“, berichtet Laura. „Da ist es schön, dass sich der Aufwand jetzt doch noch rentiert und wir die Saison zu einem Abschluss bringen können“, sagt die 23-Jährige weiter. Da nehme man auch eine verkürzte Saison ohne echtes Heimspiel gerne in Kauf. „Beim ersten Vollkontakt nach der Pause war in der ganzen Mannschaft spürbar, wie wichtig er für Teamgeist und Spaß am Training ist.“ So sei der Sport nun mal und so gehöre er auch ausgeübt.

Ihre Kameradinnen sehen das ähnlich. „Ich musste nicht lange überlegen, als uns im Juli vom Trainerstab die Frage gestellt wurde, ob wir bereit wären an Ligaspielen teilzunehmen“, äußert sich Marie. Die 18-Jährige spielt Runningback im Team der Stampers Ladies und bestreitet ab kommenden Wochenende ihre erste Saison für die Trierer. „Es war der Zusammenhalt in- und die Gemeinschaft um die Mannschaft, die mich zu dem Sport gebracht haben“, erklärt sie. Dieses Vertrauen ineinander ließe nun auch jegliche Bedenken angesichts des Körperkontakts zu anderen Spielerinnen in den Hintergrund treten.

Aufgrund dieser Sichtweise kann die Mannschaft in der kommenden Saison auf fast alle 34 Spielerinnen zählen. „Nur eine unserer Leistungsträgerinnen wurde von ihrem Arbeitgeber dazu angehalten auf den Spielbetrieb zu verzichten, um in Corona-Zeiten kein Risiko einzugehen“, berichtet der Cheftrainer.

Seit Ende Mai befindet sich das Trierer Team wieder im Trainingsbetrieb, anfangs in Fünfer- Gruppen unter Einhaltung des Mindestabstandes und ohne Kontakt. Inzwischen dürfen sich wieder 30 Frauen auf dem Platz tummeln. Zum Training sind auch Neuanfänger jederzeit willkommen. Jeweils mittwochs und freitags, ab 18.45 Uhr, können Interessierte auf dem Sportplatz in der Hans-Adamy-Straße in Pfalzel in den Sport hineinschnuppern.

Wer die Triererinnen trotz der beträchtlichen Entfernung als Zuschauer unterstützen möchte, kann dies an diesem Sonntag und am Samstag, 17. Oktober, jeweils um 11.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz, Pfeifferswörth 13, in Mannheim tun. In Baden-Württemberg sind dank eines Ticketsystems Besucher erlaubt. Das dritte Spiel der Trierer Damen ist am 3. Oktober in Saarbrücken.