Angehender Förster aus Gerolstein wird Deutscher Meister

Angehender Förster aus Gerolstein wird Deutscher Meister

Erst in den vergangenen Jahren tauchte der Name Gregor Witzel verstärkt an den ersten Positionen der Ergebnislisten auf. Am vergangenen Wochenende wurde der 24-Jährige von der LG Vulkaneifel Deutscher Hochschulmeister mit der 3 x 1000-Meter-Staffel der Universität Freiburg.

Gerolstein/Freiburg. Dass Gregor Witzel naturverbunden ist, verwundert nicht. "Wie mein Vater und mein Opa wollte ich von Kindesbeinen an schon immer Förster werden. Daher gab es auch keine Alternative zum Forststudium", sagt der 24-Jährige. Vater Wolfgang leitet das Forstamt in Gerolstein. Als junger Mann lief er erfolgreich beim PST Trier Mittelstrecken. Bei der LG Vulkaneifel war Wolfgang Witzel als Senior 2004 Vizeeuropameister bei den 50- bis 55-Jährigen (M50) mit der deutschen 4 x 400-Meter-Staffel und wurde Deutscher Seniorenmeister.
Gregor Witzel sagt: "Auch das Laufen wurde mir durch meinen Vater vermittelt." Als Schüler und Jugendlicher nahm er den Sport allerdings nicht besonders ernst. Um die Jahrtausendwende war es Gregor Witzels drei Jahre älterer Bruder Paul, der auf der Laufbahn für Furore sorgte, ehe eine Erkrankung seine Sportkarriere beendete. Erst während des Studiums intensivierte Gregor Witzel das Training.
Mit großem Erfolg! Der Höhepunkt: der Sieg mit der 3 x 1000-Meter-Staffel der Universität Freiburg gemeinsam mit Lukas Becht und Jan Förster bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften am vergangenen Wochenende in Darmstadt. Mit seiner Zeit von 7:50,50 Minuten war Gregor Witzel allerdings nicht zufrieden. "Eine gute Platzierung ist zwar ein Bonbon, wichtiger ist mir aber, dass ich für mich persönlich gute Leistungen erbringe", erklärt Witzel seine Philosophie.
Nicht zuletzt deshalb ist der in Saarburg geborene Sportler beim Laufen gelandet. Was reizt ihn daran? "Die Ungebundenheit, die Ehrlichkeit und die nominalen Leistungen. Es kann sich niemand - wie bei vielen Teamsportarten - hinter der Gruppe verstecken, und ich brauche mich nicht über fehlende Motivation von Kollegen zu ärgern", sagt Gregor Witzel. Erst kürzlich verbesserte er sich als Rheinlandmeister über 800 Meter auf 1:54,89 Minuten (zum Vergleich: der Vulkaneifelkreisrekord von Marc Kowalinski liegt bei 1:50,20 Minuten). Bei der Hochschul-DM verfehlte er seine 1500-Meter-Bestzeit von 3:58,57 Minuten nur um 1,21 Sekunden.
Die objektiv messbare Leistung ist aber nur ein Aspekt, der Gregor Witzel am Laufsport gefällt. Vielleicht noch wichtiger ist ein anderer: "Beim Laufen finde ich Ruhe und kann die eine oder andere Denkarbeit erledigen. Es ist Zeit für mich", sagt der angehende Förster - und schnürt die Schuhe zum Waldlauf. teu