Auf die Hörner genommen

Diese Niederlage tut richtig weh. Das unerwartete 55:59 (29:22) gegen die Roller Bulls St. Vith wirft die Trierer Dolphins im Kampf um einen Playoff-Platz zurück, zumal Konkurrent Hamburg auswärts siegte. In der Arena erholten sich die Dolphins trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd und eines ansehnlichen Halbzeit-Vorsprungs nicht mehr von einem schwachen Start in die Partie.

Trier. 2:9 nach fünf Minuten, danach eine Standpauke, und die Dolphins kamen allmählich ins Rollen: Alles schien am Samstagnachmittag nach einem holprigen Start in die Partie gegen den Tabellenvorletzten aus Belgien, der mit einer Sondergenehmigung in der Bundesliga spielt, in den erwarteten Bahnen zu verlaufen. Doch am Ende hatten die Gäste in einem nervenaufreibenden Finale die Nase vorn, weil sie nie aufgaben und den Glauben an sich nicht verloren. 55:55 stand es 37 Sekunden vor Schluss, und die Dolphins scheiterten im furiosen Finale letztlich an den eigenen Nerven. Auch eine letzte Auszeit von Coach Dirk Passiwan 14 Sekunden vor Schluss beim Stand von 55:59, dem späteren Endstand, half nichts mehr. Ein Dreier-Versuch von Diana Dadzite verfehlte das Ziel, danach schaukelten die Gäste die Begegnung in den letzten Sekunden nach Hause. Die dritte Heimniederlage der Trierer nach den beiden punktlosen Partien gegen Lahn/Dill und RSB Oettinger Thüringen war besiegelt. Das Vorhaben, den Hauptkonkurrenten aus Hamburg im Rennen um den freien vierten Play-off-Platz vor dessen Auswärtspartie in Zwickau unter Druck zu setzen, war gescheitert. Die Hamburger gewannen die Partie am Sonntag. Das Fehlen der angeschlagenen Janet McLachlan machte sich auf Seiten der Trierer nachteilig bemerkbar. So lag die Last der Spielgestaltung und des erfolgreichen Torabschlusses viel zu sehr fast alleine auf den Schultern der Lettin Diana Dadzite und auf denen von Dirk Passiwan. Die Dolphins waren zu berechenbar, es fehlten die Entlastungsaktionen der Kanadierin, ansonsten ein Eckpfeiler der Mannschaft. Lediglich 26 Punkte der Hausherren in der zweiten Halbzeit waren zu wenig, um die Gäste aus dem Nachbarland entscheidend unter Druck zu setzen. Goldmann Dolphins Trier: Martin Koltes, Marc v. d. Kuilen (8), Karlis Podnieks (2), Chad Jassman (4), Diana Dadzite (12), Dirk Passiwan (23), Tyler Saunders, (6), Peter Müller, Florian Ewertz; Erfolgreichster Gästeakteur war Lorenzo Boterberg (19)