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Aus Kostengründen nicht nach Australien

Aus Kostengründen nicht nach Australien

Jan Porteset ist unbestritten eines der größten Nachwuchstalente seiner Altersklasse beim Deutschen Tennis-Bund. Der 17-Jährige spielt für das Herrenteam des Andernacher TC und hat sich im Jahr 2011 in der Weltrangliste bis auf Platz 201 verbessert.

Konz. Mit Platz 201 in der Weltrangliste würde man Jan Porteset derzeit eigentlich in Australien erwarten, denn die Qualifikation für die Teilnahme am ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres im australischen Sydney hat er in der Tasche. "Aus Kostengründen haben wir darauf verzichtet", erzählt Vater Detlef dem TV. Die Erklärung ist einfach: "Zunächst hätte er noch ein Vorbereitungsturnier in Australien spielen und dann die Qualifikation absolvieren müssen. Da der fünfte Kontinent nun mal nicht um die Ecke liegt, war die Kosten-Nutzen-Rechnung simpel." Anders als bei den Damen oder Herren gibt es im Nachwuchsbereich keine Preisgelder zu gewinnen, sondern nur Weltranglistenpunkte.
"Bei einigen Turnieren übernehmen die Veranstalter die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, die Flugkosten muss der Spieler aber immer selbst tragen." So kommt es, dass Jan Porteset statt im Land der Kängurus derzeit ein Turnier in Pontevedra (Spanien) absolviert und unmittelbar danach in die slowakische Hauptstadt Bratislava fliegt. "Wenn ich in der Weltrangliste weiter nach oben klettere, werde ich ja die Chance bekommen, in Paris oder Wimbledon zu starten", sagt der Schüler, der "noch nicht einzig und allein auf die Karte Tennis setzt". Nach der bereits absolvierten Mittleren Reife will er zunächst im Sommer den Abschluss an einer kaufmännischen Privatschule machen, um die Voraussetzung zu schaffen, ein Wirtschaftsgymnasium zu besuchen. "Wenn ich den Abschluss in der Tasche habe und der Wechsel in den Herrenbereich kommt, dann werde ich mich ganz auf Tennis konzentrieren."
Zumindest wird der Stress geringer werden, denn derzeit läuft die Schulausbildung - meist übers Internet während der Turniere - parallel. Einen Zeitraum, wie lange er versuchen wird, im Profitennis Fuß zu fassen, gibt er nicht an, ebenso wenig das Ziel, das er erreichen will.
Den ersten internationalen Turniersieg im Jugendbereich hat er im Sommer in Kroatien gefeiert. Bald sollen auch gute Platzierungen und Turniersiege bei den Herren folgen. Dann geht es ja auch um Preisgelder und nicht nur um Punkte.
Eine Entlastung für die Familie, denn die investiert jährlich derzeit "eine fünfstellige Summe" (Vater Detlef) in die Karriere des Sprösslings.