Basteln und bolzen

Alle Hoffnung aufs Heimspiel: Beim vierten von acht Läufen zur Internationalen Deutschen Motorrad-Meisterschaft (IDM) wollen der Konzer Jens Lehnertz und sein hessischer Pilot André Kretzer einen großen Schritt in Richtung Titelverteidigung bei den Sidecars machen.

Nürburgring. Nach dem ersten Qualifying am Freitag war zuerst mal Bastelstunde für den langen Schmiermaxe, den gebürtigen Geichlinger (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Jens Lehnertz, und seinen hessischen Fahrer angesagt.
"Im Prinzip ein völlig neues Bike. Neues, tiefer gelegtes Fahrwerk, dadurch eine bessere Straßenlage. Verbessertes Triebwerk, mehr Leistung, mehr Drehmoment, aber auch anderes Fahrverhalten. Und leider auch fehlende Testkilometer zu Beginn der Saison."
Das Gespann, 24 (Lehnertz) und 28 (Kretzer) Jahre alt, ist Motorrad-Deutschlands große Nachwuchshoffnung bei den "wilden Hunden". Im vergangenen Jahr machte die IDM eine Pause in der Eifel. Für Jens deshalb sein erstes "Heimspiel", André kennt die Kurzanbindung dagegen gut. Ob er sie mag? "Ich muss sie mögen. Wir wollen unseren Titel verteidigen. Also muss ich die Strecke mögen."
Etwas Besonderes sei das Rennen deshalb eigentlich nicht: "Jedes Rennen ist was Besonderes, wenn du Meister werden willst." Allmählich wird es Zeit Ernst zu machen. Gesamtvierter ist das Duo im Moment.
Pro Wochenende werden ein Sprintrennen und ein Rennen über die längere Distanz gefahren. Am vergangenen Wochenende zeichnete sich in Oschersleben ein kapitaler Motorschaden während des zweiten Rennens ab. "Da sind wir dann vorsorglich reingefahren, damit der Schaden nicht noch größer und teurer wird."
Deshalb muss jetzt auch noch viel geschraubt, probiert, eingestellt werden. Rennen Nummer eins ist am Samstag um die Mittagszeit, ihr zweites Rennen bestreiten Kretzer/Lehnertz im Rahmen der Superbike-Veranstaltung zur IDM als allerletzten Wettbewerb am späten Sonntagnachmittag.
Acht Runden über die Sprintdistanz, deren 16 im Hauptrennen. Maximale Attacke vor vielen Fans. "Familie, Freunde, Bekannte sind da. Denen wollen wir was bieten", sagen beide wie aus einem Mund. Was, das ist klar: "Ein Sieg natürlich. Dafür sind wir hier." Und dafür muss nach dem Basteln auf der Strecke gebolzt werden. jüb