Bestzeiten und ein Schock

Besser kann man es kaum machen: Linda Betzler, Alexander Bock, Dominik Werhan und Mirco Zenzen haben bei der Jugend-DM in Jena insgesamt sechs persönliche Bestzeiten aufgestellt. Die beste Platzierung erreichte Werhan als 3000-Meter-Sechster.

Jena. Die Langstreckler um den letztjährigen Deutschen B-Jugendmeister Dominik Werhan vom PST Trier brillierten mit Bestzeiten. Die Sprinter scheinen ihren Jahreshöhepunkt überschritten zu haben. Die Rennen im Einzelnen:
100 Meter: Nach einem schlechten Start im Vorlauf der Jugend A (10,90 Sekunden) verkrampfte Christopher Pieper auch im Zwischenlauf (10,97) und schied aus. Piepers 16 Jahre alter PST-Vereinskamerad Simeon Melts erfüllte mit dem Erreichen der Vorschlussrunde sein Soll (Vorlauf: 10,37, Zwischenlauf: 10,45).
200 Meter: Ähnlicher Ablauf wie im Kurzsprint: Pieper verpasst den A-Endlauf (Vorlauf: 22,20 Sekunden), gewinnt bei starkem Gegenwind in 22,23 Sekunden aber das B-Finale der Jugend A. Bei der Jugend B ist für Melts mit 23,38 Sekunden im Vorlauf Endstation.
800 Meter: Nach 1:39 Minuten für die ersten 600 Meter fehlte Svenja Wolff (PST) auf den letzten 200 Metern das Stehvermögen. In 2:17,80 Minuten verpasst die 18-Jährige das Finale der A-Jugend um rund sechs Sekunden.
1500 Meter: Mit drei Meisterschaftsstarts war Alexander Bock (PST) der Dauerläufer des Wochenendes. Nach Bestzeit über 5000 Meter freitags (siehe unten) überraschte der 18-Jährige weniger als 24 Stunden später in 4:02,18 Minuten mit Hausrekord und Final-Qualifikation über 1500 Meter. Der 15. Platz in 4:09,79 Minuten in einem unrhythmischen Endlauf ging auch in Ordnung.
3000 Meter: Ein Sonntagsrennen von Dominik Werhan, das auch den Bundestrainer begeisterte: "Werner Grommisch war begeistert, wie so ein junger Kerl das Heft in die Hand genommen hat", erzählt PST-Trainer Volkhart Rosch. Einen Kilometer vor dem Ziel übernahm sein Schützling die Initiative und zog das Feld auseinander. Lange lag Werhan auf dem Bronzeplatz. Im Endspurt musste der 17-Jährige drei ältere Konkurrenten passieren lassen. In 8:34,47 Minuten belegte er als Bester des Jahrgangs 1993 den sechsten Platz. Ebenfalls mit Hausrekord von 8:45,32 Minuten belegte Mirco Zenzen (LG Vulkaneifel) den 17. Platz. Bei der weiblichen Jugend A wurde Linda Betzler aus Igel mit Bestleistung von 10:11,34 Minuten Achte.
5000 Meter: Nicht Werhans erstes Zwölfeinhalb-Runden-Rennen unter einer Viertelstunde (14:56,40 Minuten) und sein siebter Platz, sondern Vereinskamerad Daniel Marchi beschäftigte die PST-Verantwortlichen. Der 18-Jährige heftete sich bei Hitze an den in 15:21,54 Minuten Bestzeit laufenden Alexander Bock. Dabei ging Marchi über seine Leistungsgrenzen hinaus. Im Ziel brach er zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der 16. Platz in 15:59,90 Minuten war dann ebenso Nebensache wie Zenzens zwölfter Platz in 15:30,34 Minuten. Die erste Vermutung (Herzinfarkt) bewahrheitete sich nach Roschs Angaben zum Glück nicht.
Langstaffel-DM: Nach dem verpassten 800-Meter-Finale bei der Jugend durfte Svenja Wolff als Startläuferin der PST-Frauenstaffel über 3 x 800 Meter trotzdem noch einmal ran. Bei den im Rahmen der Jugend-DM ausgetragenen nationalen Langstaffel-Titelkämpfen belegte sie gemeinsam mit Mona Reuter und Katrin Friedrich den elften Platz. Die Triererinnen verdrängten in 7:07,69 Minuten damit die LG Sieg (mit der EM-Sechsten Sabrina Mockenhaupt) vom ersten Platz der Rheinland-Jahresbestenliste. teu