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Clubs fürchten um Konkurrenzfähigkeit

Clubs fürchten um Konkurrenzfähigkeit

Wann wird der Hartplatz in Trier-Irsch in ein Kunstrasenfeld umgewandelt? Diese Frage beschäftigt die Fußball-Kreisligisten SSG Kernscheid und SV Trier-Irsch auch vor der neuen Saison. Beide Clubs umtreibt die Sorge, bald keine neuen Spieler mehr an sich binden zu können.

Trier. Der Appell von Denis Loisel, Spieler des Kreisligisten SSG Kernscheid, ist unmissverständlich: "Wir wollen kein Mannschaftsheim. Wir duschen auch gern weiter kalt im Winter! Wir wollen nur einen Fußballplatz!", schreibt er in einem Brief an den TV.
Einen Platz haben sie. Aber auf der ungeliebten roten Asche des Hartplatzes am Lärchenweg in Trierer Stadtteil Irsch wollen immer weniger Spieler kicken. "Vor allem bei Jugendlichen, die inzwischen vielerorts Kunst- und Naturrasenplätze gewöhnt sind, ist die Hemmschwelle groß", sagt Marco Felten, Fußball-Abteilungsleiter der SSG.
Sie nutzt den Hartplatz ebenso wie der SV Trier-Irsch. Beide Vereine kämpfen mit denselben Herausforderungen. Oliver Briesch, Fußball-Abteilungsleiter beim SV, sagt: "Wir haben massive Probleme im Jugendbereich. Trotz einer aus meiner Sicht guten Jugendarbeit in unserem Verein wechseln Nachwuchsspieler nach Tarforst oder über den Berg zur JSG Pluwig-Gusterath." Dort können sie auf Rasen trainieren und spielen.
Immerhin: Bei den Senioren sei in dieser Sommerpause kein Aderlass zu verzeichnen. "Aber das ist vor allem ein Verdienst unseres Trainers Markus Schwind", sagt Briesch. Er und der Verein täten viel, um Nachteile des Trainingsuntergrunds durch Bonbons im Umfeld auszugleichen: Trainingsausrüstung, gemeinsame Essen nach Spielen, Wintertraining in der Halle, ein Zuschuss zur Mannschaftsfahrt. Alles Dinge, die das Abteilungsbudget finanziell belasten. Briesch: "Unser Konzept basiert darauf, dass bald ein Kunstrasenplatz kommt. Wird er nicht gebaut, können wir dichtmachen."
Elf Abgänge in Kernscheid


Die SSG Kernscheid verzeichnet eigenen Angaben zufolge in diesem Sommer elf Abgänge. Felten: "Für die meisten ist ein Grund neben anderen der Hartplatz." Zwischenzeitlich wurde die zweite Mannschaft nur noch als 9er-Team gemeldet - dank späten Neuzugängen (insgesamt sieben) konnte der Plan wieder verworfen werden.
Beide Clubs beschäftigt das Platzthema schon seit mehreren Jahren. Von der Stadt-Politik fühlen sie sich nicht im Stich gelassen. Im Doppelhaushalt 2013/14 ist nach Angaben aus dem Rathaus unter anderem ein Förderbetrag des Landes in Höhe von 256 000 Euro veranschlagt. Das Problem: Das Land bezuschusst Kunstrasenplätze "nur" noch mit 100 000 Euro. Auf TV-Anfrage heißt es aus der Stadtverwaltung: "Es steht noch nicht fest, ob und gegebenenfalls wann mit der Umwandlung des Tennenplatzes auf der Sportanlage Trier-Irsch begonnen wird. Über den Förderantrag wurde bisher noch nicht entschieden. … Sofern die Maßnahme mit einem Festbetrag in Höhe von maximal 100 000 Euro gefördert werden sollte, verbliebe eine Finanzierungslücke in Höhe von 156 000 Euro, die anderweitig - gegebenenfalls durch Ortsbeiratsmittel, private Drittmittel (zum Beispiel Spenden) und/oder im Rahmen der Ausführung des Doppelhaushaltes 2013/2014 - kompensiert werden müsste."
Der SV Trier-Irsch und die SSG Kernscheid hoffen auf baldige Bewegung. Felten: "Konkurrenz unter den Vereinen ist okay. Aber nicht, wenn die Rahmenbedingungen so unterschiedlich sind."