Das Abstiegsduell

Wenn es am Sonntag zur Partie des Tabellenschlusslichts Spvgg. Bernkastel-Kues gegen den Vorletzten aus Hetzerath kommt, läuten die Alarmglocken lauter. Es geht ums sportliche Überleben in der höchsten Kreisklasse. Wer dieses Spiel verliert, wird über Wochen hinweg nicht mehr aus der Talsohle herauskommen.

Hetzerath/Bernkastel-Kues. Bernkastels Trainer Alfred Weyland, der mit seinem Team zweimal aufgestiegen ist und im letzten Jahr unter enormen Anstrengungen die Klasse hielt, ist aufs Äußerste angespannt. Die momentane Situation hat den alten Trainer-Fuchs fast zum Verzweifeln gebracht. "Uns fehlten zuletzt sechs Stammspieler. Zudem haben wir trotz eines der besten Torhüter der Liga ein massives Defensivproblem. Wir erlauben uns immer wieder einfache Kardinalfehler, sind verunsichert und nicht gefestigt genug. Für die 1:7-Niederlage in Niederemmel habe ich mich innerlich geschämt. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich ein Kämpfer bin und nie aufgebe. Wenn jetzt mal ein paar der Leute wieder beikommen, können wir die Wende noch mal herbeiführen." Klare Worte eines Trainers, dessen Mannschaft am Sonntag zum Siegen verdammt ist. "Das ist ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Dieses Heimspiel müssen wir in jedem Fall für uns entscheiden, sonst kommst du nicht mehr unten raus", weiß Weyland, der mit Peter Coen seine "Lebensversicherung" wieder dabei hat. Zudem kehrt Artur Zielinski in den Kader zurück, ist fit genug, um zumindest 25 Minuten zu spielen.. "Vielleicht gelingt ihm mit seiner Klasse ein Freistoßtor oder irgendetwas Verrücktes in der Art", mutmaßt Weyland, der mit kollektivbildenden Maßnahmen seine Mannschaft auch mental wieder aufbauen will.
Der SV Hetzerath ist nach Jahren des vergeblichen Anlaufs, in die Bezirksliga zurückzukehren, im Abstiegskampf angekommen. Anstatt mit Salmrohr oder Buchholz um den Titel zu spielen, schaut man in Hetzerath gebannt Richtung Tabellenkeller. Trainer Christian Thimm: "Unser großes Manko ist, dass wir uns zu wenig Chancen herausspielen und es damit zu wenig Entlastung für die Abwehr gibt. So stehen wir oft unter Dauerbeschuss." Dass ein Lenker im Mittelfeld und ein Knipser fehlen, wissen die Hetzerather Verantwortlichen. Mit der Reaktivierung von Patrick und Daniel Hahn soll nun Abhilfe geschaffen werden. "Die haben trotz des Trainingsrückstandes die Qualität und die individuelle Klasse und vor allem den Willen, ein Fußballspiel zu gewinnen", sagt Thimm, der die fehlende Einstellung und Disziplinlosigkeiten als weitere Gründe anführt, warum das Schiff in Schieflage geraten ist. "In diesem richtungsweisenden Spiel müssen wir drei Punkte holen. Knüpfen wir an die richtig gute Leistung vom 2:2 gegen Wittlich an, werden wir sie holen", kündigt Thimm einen Kampf auf Biegen und Brechen an. L.S.