Das Kollektiv als Trumpfkarte

Das Kollektiv als Trumpfkarte

Als vor drei Wochen der TuS Ahbach souveräner A-Liga-Meister geworden ist und die Sektkorken ausgiebig knallten, begannen für die Himmelsstürmer aus der Nordeifel bereits die Planungen für die neue Saison. Der TV sprach mit Erfolgstrainer Ludwig Clausen über Gründe für den Erfolg, künftige Pläne und Personalien.

Leudersdorf/Üxheim. Zwei Spieltage vor Schluss der Meisterrunde in der Eifel thronen stolz und ohne Konkurrenz die Meisterschüler von Ludwig Clausen hoch oben in der A-Liga-Tabelle. Befragt man den zusammen mit Peter John auf der Kommandobrücke stehenden Coach zu den Gründen für den beispielhaften Erfolg, hat Clausen mehrere Antworten parat: "Ausschlaggebend war wohl die mannschaftliche Geschlossenheit, das Kollektiv. Wir hatten den ausgeglichensten Kader und waren eine Mannschaft mit vielen Torschützen. Bis auf Kaster und Andi Schüler, die das Gros der Tore erzielt haben, trafen fast alle Spieler einmal selbst ins Schwarze. Das machte uns bei der Konkurrenz schwer ausrechenbar."
Doch der Meistertrainer nennt auch andere Aspekte: "Wir haben eine ganze Zahl A-Jugendspieler dazu bekommen, die sich in kürzester Zeit toll integriert und sich schnell zu Leistungsträgern entwickelt haben. Der optimale Start tat zudem dem gesamten Team gut - die Trainingsbeteiligung war überdurchschnittlich hoch." Die etablierten Spieler, die vor fünf Jahren zuletzt Bezirksligaluft schnupperten, führten die Truppe ohne Eigennutz und mit Erfahrung. Peter John, der als Co-Trainer Clausens rechte Hand war, Mittelfeld-Haudegen Torsten Mauer und die beiden Manndecker David Adolphi und Andreas Heinz führten das Team zu neuem Glanz.
Bereits zur Hälfte der Saison führte die TuS mit elf Punkten Vorsprung und ließ sich nach der Winterpause in der Rückrundentabelle nur noch von Stadtkyll überflügeln. "Erstaunlich war zudem, dass die jungen Spieler spieltechnisch schon sehr weit waren. Hier machte sich die gute Jugendarbeit bemerkbar", sagt der Trainer, der eine ausnahmslos gute Kameradschaft im Team ausmacht.
Nun gilt es den Blick nach vorn zu richten, in Richtung Bezirksliga. Neben dem Trainer hat das Gros der Mannschaft sein Bleiben zugesagt. Co-Trainer Peter John hört auf und wird künftig von Mario Etteldorf ersetzt. Auch Routinier Torsten Mauer hört auf.
Youngster Patrick Phlepsen geht im August für zehn Monate nach Australien. Ingo Mai kehrt dagegen aus Afghanistan zurück und wird die Defensive zusammen mit Andreas Heinz und David Adolphi verstärken. Mit Sven Adolphy, Nikolas Clausen und Marco Schmitz rücken drei Spieler aus der A-Jugend auf, die bereits zu einigen Einsätzen im A-Team gekommen sind. Zudem hoffen die Verantwortlichen, dass Spieler wie Paul Klein oder Tobias Hermes den Sprung aus der zweiten Mannschaft bald schaffen können.
"Derzeit haben wir keinen externen Zugang. Weil wir kein Geld bezahlen können und in Leudersdorf der ungeliebte Hartplatz unsere Spielstätte sein wird, ist es naturgemäß schwer, Spieler von außerhalb nach Ahbach zu locken."
Der Bau eines neuen Rasenplatzes sei genehmigt, so Clausen, doch wann Baubeginn ist und ob es ein Rasenplatz oder ein Kunstrasen sein wird, weiß der Trainer nicht. Begänne der Bau schon im August, würde ein Ausweichen auf den neuen Rasenplatz in Niederehe auf der Hand liegen.
Für die nahe Zukunft gilt folgendes Credo: "Wir wollen die Motivation für die restlichen zwei Spiele hochhalten und beide gewinnen. Mit einem Sieg im Landratspokalfinale gegen Stadtkyll könnten wir einen Doppeltriumph feiern", betont Clausen, der für das Abenteuer Bezirksliga folgende Zielvorgabe stellt: "In die Bezirksliga ist es immer ein riesiger Schritt. Außer Lambertsberg haben alle Aufsteiger in der jüngsten Vergangenheit große Probleme gehabt und sind wieder abgestiegen. Wir erwarten eine Mammutsaison, es geht von vornherein gegen den Abstieg."