Dauerbrenner Löwe und Emporkömmling Zimmer

Dauerbrenner Löwe und Emporkömmling Zimmer

Zu Hause eine Macht, aber in der Fremde bislang auf dem Niveau einer durchschnittlichen Zweitliga-Mannschaft: Der 1. FC Kaiserslautern muss sich am Sonntag (13.30 Uhr) im Südwestderby beim Karlsruher SC enorm steigern, wenn er weiterhin auf Bundesligakurs bleiben und nicht vom KSC überholt werden will. Zwei Leistungsträger, die dieses Ziel klar im Visier haben, sind Chris Löwe und Jean Zimmer.

Kaiserslautern. Mit 25 Jahren ist er schon einer der Routiniers: Chris Löwe. Alle 25 Zweitligapartien dieser Saison hat der in der Vierer-Abwehrkette der Roten Teufel links spielende Löwe absolviert. Ein Dauerbrenner. Einer, der die Linie rauf und runter rennt, und dann noch gute Flanken schlagen kann. Einer, der auch schon mal aus der Distanz abzieht. So wie im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Sein Schuss knallte an die Latte, das war Pech. Aber glücklicherweise staubte Philipp Hofmann zum vorentscheidenden 2:0 ab.

Seit kurzem hat Löwe, der von Borussia Dortmund auf den Betzenberg kam, einen neuen Partner auf der linken FCK-Seite: Jean Zimmer. 21 Jahre alt, 18 Saisonspiele, vier Tore. Gegen Nürnberg lief das Lauterer Eigengewächs fast zwölf Kilometer - ein enormer Wert. Er zerreißt sich für die Mannschaft, bietet sich immer an. Und schießt auch noch Tore. Gegen Nürnberg hatte Zimmer zweimal Pech: Einmal scheiterte er am FCN-Keeper, einmal an der Latte. "Da haben mir ein paar Zentimeter gefehlt", sagte der Mittelfeldspieler nach dem Spiel. Egal: "Zu Hause sind wir noch ungeschlagen. Unser Ziel ist, dass das so bleibt."
Mit Löwe und Zimmer haben sich auf der linken Lauterer Seite zwei Spieler gefunden, die perfekt harmonieren. Sie erinnern ein bisschen an die einstige "FCK-Schokoladenseite" Ende der 1990er Jahre mit Andreas Buck und "Mäuschen" Ratinho: Gut aufeinander abgestimmte Laufwege, gutes Kombinationsspiel und schnelles Umschalten. "Ich weiß, wie Chris läuft. Das funktioniert gut. Er ist ein sehr guter Verteidiger, das macht richtig Spaß mit ihm", verrät Zimmer das Erfolgsgeheimnis der neuen Lauterer Achse.
Beide eint zudem der ernorme Wille und Kampfgeist. Nach dem 0:0 der Roten Teufel im letzten Auswärtsspiel bei Union Berlin saß Chris Löwe enttäuscht auf dem Rasen der "Alten Försterei". Trotz des 2:1-Erfolgs über die "Clubberer" war er am vergangenen Samstag direkt nach dem Spielende mächtig sauer. Die Ursache? "Es geht mir tierisch auf den Sack, dass unser Spiel immer so auseinandergepflückt wird", wetterte er nach einigen Fernseh- und Hörfunkinterviews in Richtung der Pressevertreter. Löwe war froh, den 2:1-Erfolg nach dem verletzungsbedingten Ausfall von FCK-Kapitän Willi Orban (Syndesmoseriss und Bänderdehnung) nach einer knappen Stunde Spielzeit über die Zeit gerettet zu haben - da war es ihm völlig egal, dass der Sieg in den Schlussminuten noch am seidenen Faden hing. Der Zweck heiligt eben die Mittel, wenn das große Ziel Aufstieg gelingen soll.
Lauterns Trainer Kosta Runjaic weiß, was er an dem Duo Löwe/Zimmer hat: "Das Zusammenspiel war gut. Zimmer ist zudem immer torgefährlich", lobte der FCK-Coach den Youngster. Nun gilt es, beim Tabellenvierten Karlsruher SC zu bestehen, um die Badener auf Distanz zu halten und im Mai den Bundesliga-Aufstieg bejubeln zu können. Wenn das nicht klappen sollte, wird zumindest Chris Löwe einen Grund zur Freude haben: Er wird im Mai erstmals Vater.