Der Föhn als Freund des Radlers

Der Föhn als Freund des Radlers

Fairplay-Tour erreichte am Samstag nach acht Etappen Ziel in der Arena Trier.


Trier Die Radprofis bei der am Samstag gestarteten Tour de France haben mit Sicherheit ausreichend Trikots - für jeden Tag ein frisches - zur Verfügung. Aber die Jugendlichen, die in der vergangenen Woche bei der Fairplay-Tour unterwegs waren, hatten nach und während den teils regnerischen Etappen ein Problem: Wie bekommt man die durchnässten Radklamotten in der kurzen Mittagspause zumindest halbwegs trocken?
Das luxemburgische Redingen wird den mehr als 300 Radfahrern nach der 19. Fairplay-Tour in guter Erinnerung bleiben. Denn in der Heimatgemeinde von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gibt es in der Schule, in der die Mittagsverpflegung ein genommen wurde, viele Haartrockner. Diese wurden bei der Regen etappe am vergangenen Dienstag eifrig genutzt, so dass der zweite Teil der 112 Kilometer langen Etappe in klammen statt pitschnassen Trikots in Angriff genommen werden konnte.
Die feuchte Witterung machte den Jugendlichen bei ihrer Rundfahrt für Solidarität, ein vereintes Europa und Hilfe für Entwicklungsländer diesmal ordentlich zu schaffen. "Ich hatte die Regenjacke heute nicht einmal aus", erzählt Laurin Meyers aus Herforst nach der letzten Etappe am Samstag. In die Knie zwangen Regen und Wind die Fairplay-Radler aber nicht. "Es war schon grenzwertig", sagt der 17-jährige Marcel Burg aus Hermeskeil. "Als wir bei mir zu Hause vorbeigefahren sind, habe ich schon fast überlegt, ob ich nicht ins Haus gehen soll", gibt der ein Jahr jüngere Manuel Wagner aus Kell am See zu. Gegenseitige Motivation und die Gruppendynamik halfen über manchen Tiefpunkt hinweg. "Es ist nicht nur das Fahrradfahren, sondern das Miteinander, die Gemeinschaft", erzählt Burg, weshalb er zum dritten Mal bei der Fairplay-Tour mitmachte.
Letztendlich waren alle froh und stolz, durchgehalten zu haben. Und: Im Ziel unter dem Dach der Arena Trier, wo die Tour-Teilnehmer nach rund 800 Kilometern von ihren Familien, Freunden und Bekannten begeistert empfangen wurden, war es regensicher.
"Das war die Prüfung für Fairplay", sagt Herbert Ehlen. "Ich habe gesagt, wir waren seit April im Trainingslager und, das hier war der Wettkampf." Der 66-Jährige, der vor 18 Jahren zusammen mit Klaus Klaeren von der Europäischen Sportakademie in Trier die Radrundfahrt ins Leben rief, lobte die Disziplin, die die Jugendlichen trotz der schweren Bedingungen zeigten. Der Landrat des saarländichen Kreises Neunkirchen, Sören Meng, sei nach der letzten gemeinsamen Übernachtung des insgesamt (mit Fahrern der Begleitfahrzeuge und Helfern) fast 400-köpfigen Trosses in Ottweiler so begeistert gewesen, dass er seinen Landkreis direkt wieder als Etappenziel für kommendes Jahr, dann für die 20. Fairplay-Tour, ins Spiel brachte.
Extra: SPENDEN


(teu) Mit Spenden, die von den Fairplay-Tour-Teilnehmern und bei Spendenaktionen der beteiligten Schulen, Vereine und anderen Institutionen gesammelt werden, werden Schulprojekte der Deutschen Welthungerhilfe im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda finanziert. In knapp zwei Jahrzehnten kamen so rund drei Millionen Euro zusammen.