Der frühere TT-Bundesliga-Spieler Robert Horsch wird 60

Tischtennis : In China spielen sie Tischtennis à la Horsch

Er ist unbestritten der bekannteste, beste und erfolgreichste Tischtennisspieler der Region: Robert Horsch aus Trier-Zewen. Am 7. Juni 2019 wird der mehrfache National- und Bundesligaspieler sowie jetzige Studiendirektor am Trierer Auguste-Viktoria-Gymnasium 60 Jahre alt.

Begonnen hatte für Robert Horsch alles als Zehnjähriger in der heimischen Garage in Zewen. Hier griff er zum ersten Mal zum Schläger und schlug mit seinem Bruder Johannes die ersten Bälle über die grüne Platte. Bald darauf ging’s in den Verein zum TTC Grün-Weiß Zewen, wo damals Wolfgang Hess als Trainer fungierte und sozusagen der Vater des „Zewener Tischtenniswunders“ wurde. Denn neben Robert Horsch konnte Hess noch weitere einheimische Schüler und Jugendliche an südwestdeutsche Leistungsstärke heranführen. Mit Robert, dem Angriffsspieler und Topspin-Spezialisten, ging es auf der Karriereleiter schnell steil nach oben: Zwölfjährig spielte er in der Schülernationalmannschaft. Mit ihm als Spitzenspieler war der TTC Grün-Weiß Zewen lange Jahre als einzige Mannschaft der Region in der zweiten Bundesliga vertreten. 250 bis 300 Zuschauer bei Heimspielen in der Turnhalle in der Fröbelstraße waren keine Seltenheit. Tischtennis war „in“ in Zewen! Doch Robert Horsch zog es aus der Heimat weg: „Ich habe einen unheimlichen Ehrgeiz entwickelt.“ Nach dem Abitur am Trierer HGT wechselte „Robby“ zum SSV Heinzelmann Reutlingen, wo damals der mehrfache Deutsche Meister Peter Stellwag an der Spitze spielte. Als Horsch 1979 sein Studium in Mainz aufnahm, wechselte er zum Bundesligisten Eintracht Frankfurt, später dann zum TTC Grenzau im Westerwald, dessen Mannschaft mit internationalen Stars – etwa dem Polen Andrzej Grubba – gespickt war.

Horsch stand mehrfach bei Deutschen Meisterschaften auf dem Podium und nahm an zwei Europameisterschaften teil. Zudem war er 1979/80 sowie 1983/84 bester Bundesligaspieler im mittleren Paarkreuz. Mit dem TTC Zugbrücke Grenzau erreichte der 25-fache Rheinlandmeister 1982/83 gar das Europacup-Finale.

Nach Abschluss seines Studiums in Mainz sagte Horsch dem ganz großen internationalen Tischtennis­sport ade und absolvierte in Trier sein Referendariat. Gleichzeitig wechselte er zum TTC Wittlich, der gerade in die zweite Bundesliga aufgestiegen war.

Im Jahr 2005 folgte an der Uni Bremen Robert Horschs Promotion zum Dr. Public Health (öffentliche Gesundheit).

Heutzutage ist Robert Horsch Studiendirektor und Sportlehrer am Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier, regionaler Fachberater Sport in Rheinland-Pfalz sowie Dozent beim Pädagogischen Landesinstitut RLP und beim TTVR (Tischtennisverband Rheinland). Ehrenamtlich war er außerdem 20 Jahre lang Organisationsleiter Tischtennis bei „Jugend trainiert für Olympia“ und Hochschulbeauftragter des DTTB.

Robert Horsch in seiner Bundesliga-Zeit in Grenzau. Foto: Robert Horsch/privat

Aber das ist noch längst nicht alles: Robert Horsch hat inzwischen zwölf Fachbücher und viele -aufsätze über „seinen“ Sport herausgebracht. Besonders  stolz ist er dabei auf die Tatsache, dass zwei seiner Tischtennis-Lehrwerke ins Chinesische übersetzt worden sind. Denn die Asiaten sind seit Jahrzehnten weltweit führend in der Ausübung des attraktiven Rückschlagspiels Tischtennis. Jörg „Rossi“ Roßkopf, heutiger TT-Bundestrainer und 1989 mit seinem Doppelpartner Steffen Fetzner Weltmeister im Herren-Doppel, hat für seinen alten Mannschaftskollegen und Trainingspartner Robert Horsch aus Eintracht-Frankfurt-Zeiten das Vorwort zu einem von dessen Lehrbüchern verfasst. Er wünscht „Robby Horsch (...), dass Tischtennis ein fester Bestandteil im Schulsport bleibt.“ Fit für seine zahlreichen Betätigungsfelder und noch anstehende Aufgaben hält sich der verheiratete Vater zweier Kinder beim „Dogging“ mit Golden Retriever Meilo.

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