Deutschlandachter weiter auf der Erfolgswelle

Deutschlandachter weiter auf der Erfolgswelle

Mit dem 26. und 27. Sieg in Folge hat der Deutschlandachter mit dem Trierer Richard Schmidt das Weltcup-Finale der Ruderer in Luzern für sich entschieden. Das Boot ist bei den Weltmeisterschaften in sieben Wochen Titelverteidiger und Favorit.

Luzern. Der Deutschlandachter fährt ungeschlagen zu den Weltmeisterschaften nach Bled in Slowenien (28. August bis 4. September). Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbands fuhr am Wochenende auf dem Rotsee im schweizerischen Luzern zum Abschluss der Weltcupsaison den 26. (Vorlauf) und 27. Sieg (Finale) ein.
Im Qualifikationsrennen am Freitag betrug der Vorsprung der Mannschaft von Bundestrainer Ralf Holtmeyer vor den USA nur 42 Hundertstelsekunden. Doch im Finale ließen die Ruderer vom Dortmunder Olympiastützpunkt, zu denen auch Richard Schmidt vom RV Treviris Trier gehört, nie einen Zweifel aufkommen, dass ihre Siegserie Bestand haben würde. Trotz Regen und Gegenwind fuhren die Deutschen auf der olympischen 2000-Meter-Distanz in 5:43,52 Minuten einen Vorsprung von fast zwei Sekunden auf die zweitplatzierten Niederländer (5:45,31) heraus.
Das lange Zeit gegenhaltende Boot der USA (5:45,55) wurde hinter Großbritannien (5:45,35) nur Vierter. Olympiasieger Kanada (5:49,23) belegte abgeschlagen den fünften Platz.
Während im deutschen Achter hinsichtlich der WM die Besetzung inklusive dem Trierer Schmidt damit feststehen dürfte, ist die Zukunft bei den Brüdern Jost und Matthias Schömann-Finck ungewiss. Die beiden aus Zeltingen-Rachtig stammenden Leichtgewichtsruderer, die im deutschen Vierer starten, wurden im Halbfinale disqualifiziert. Ihr Pech: Schlagmann Martin Kühner (Saarbrücken) zog sich beim Warmlaufen fürs Halbfinale eine Oberschenkelverhärtung zu.
Nach vergeblichen Versuchen von Physiotherapeuten und Ärzten, den wichtigen Schlagmann des deutschen Leichtgewichtsvierers um das Bruderpaar von der Mosel wieder fit zu bekommen, sprang Bastian Seibt (Hamburg) ein. Der Ersatzmann war zwar gewogen (Leichtgewichtsruderer dürfen maximal 72,5 Kilo, die gesamte Mannschaft im Schnitt nur 70 Kilo wiegen), die Ummeldung erfolgte aber offensichtlich zu spät.
Der deutsche Vierer startete trotzdem im Halbfinale und hielt bis zur 1000-Meter-Marke sogar mit Olympiasieger Dänemark mit. Im Endspurt fehlte dem nicht aufeinander abgestimmten Team (es blieb nicht einmal die Zeit, Einstellungen am Boot vorzunehmen) aber die Routine, und der deutsche Vierer fuhr als Fünfter über durchs Ziel.
Weil Seibt aber nicht rechtzeitig umgemeldet worden war, erfolgte statt der Zulassung fürs B-Finale die Löschung aus der Ergebnisliste.