Deutschlands schnellste Malerin

Deutschlands schnellste Malerin

Warum Nora Schmitz der zweite Stadtlauf-Sieg schwerer fiel als der erste.

TRIER (teu) Wer beim Trierer Stadtlauf vorne mitrennt, macht sonst nicht viel anderes, als laufen, laufen und noch mal laufen? Weit gefehlt! Der Stadtlauf ist weitestgehend eine reine Amateur-Veranstaltung. Eines der besten Beispiele ist Nora Schmitz. "Ich bin seit November mit meinem Studium fertig", erzählt die Siegerin im alwitra Zehn-Kilometer-Lauf. Aha! Und seit einem Dreivierteljahr nur Training? Auch nicht! "Ich arbeite im Malerbetrieb meines Vaters", berichtet die 25-Jährige.
Das bedeutet alles andere, nur nicht, tagsüber eine ruhige Kugel zu schieben, um abends zum Training ausgeruht zu sein. "Ich mache alles", betont Schmitz. Mit Pinsel und Farbrolle kennt sie sich von Kindesbeinen an sowieso aus. Aber auch beim Gerüstaufbau ist die zierliche junge Frau dabei. "Nach der Arbeit zu trainieren ist schon ganz schön anstrengend", gesteht die angehende Lehrerin für Deutsch und Erdkunde, die zurzeit auf einen freien Referendariatsplatz wartet. Momentan dürfte sie quasi Deutschlands schnellste Malerin sein.
Auf den Trainingsplan nimmt die Arbeit im väterlichen Betrieb sowieso keinen Rücksicht. "Am Freitag bin ich beispielsweise um fünf Uhr morgens gelaufen, weil ich sonst nicht dazu gekommen wäre", erzählt die Stadtlauf-Siegerin. Das hatte zumindest einen Vorteil: Frühmorgens war es auch in der bisher heißesten Woche des Jahres kühl. Bereits vor zwei Jahren gewann Schmitz beim Trierer Stadtlauf über zehn Kilometer mit fast exakt der gleichen Zeit (37:19 Minuten) wie diesmal (37:26). Zwischen ihren beiden Erfolgen bei der größten Laufveranstaltung der Region liegen für die Sportlerin des Post-Sportvereins Trier (PST) ihre beiden besten Laufjahre. Über 5000 Meter lief sie 17:07,11 Minuten und qualifizierte sich damit für die deutschen Meisterschaften. Bei der DM belegte sie den 18. Platz. Über zehn Kilometer auf der Straße verbesserte sich Schmitz Anfang Mai in Mertesdorf auf 36:02 Minuten. Im Herbst vergangenen Jahres gewann sie den Halbmarathon in München mit persönlicher Bestzeit von 1:20:25 Stunden.
Irgendwann werde sie es wohl auch mal auf der vollen Marathondistanz versuchen, überlegt Nora Schmitz. Was nur logisch wäre. Denn Mutter Astrid, seit Jahrzehnten eine begeisterte Läuferin, hat der Tochter im heimischen Hellenthal den Ausdauersportvirus eingepflanzt. Weil Eis und Schnee im Winter in der Eifel ein Lauftraining manchmal kaum zulassen, hat Vater Achim Mutter und Tochter einen Fitnessraum samt hochwertigem Laufband eingerichtet. So richtig los mit dem Leistungssport ging es aber erst 2011, als Nora Schmitz ihr Studium in Trier aufnahm und sie zum PST und Trainer Volkhart Rosch wechselte.