Die, die übers Wasser gehen

Die, die übers Wasser gehen

"Unten ohne": Am Freitag und Samstag sind zum ersten Mal in Kell am See die Deutschen Meisterschaften im Barfuß-Wasserski ausgetragen worden. Der TV hat sich vor Ort umgeschaut.

Kell am See. Typischer Smalltalk am Rande des Wassers: "Wie, du fährst immer noch nicht barfuß?", fragt Franz Kirsch, Mit-Organisator und Trainer-Legende. Der Angesprochene, Vater einer DM-Teilnehmerin, antwortet: "Franz, ich brauche meine Knochen noch." Ein Scherz, klar.
Denn passieren kann zwar immer mal was, wenn man sich barfuß mit Tempo 70 vom Zugboot übers Wasser gleiten lässt, Figuren versucht oder mit Hilfe einer Schanze 20 Meter oder weiter durch die Luft segelt. Aber Unfälle kommen selten vor.
Bei den erstmals in Kell ausgetragenen Deutschen Meisterschaften war eher das Wetter das Thema. Am Freitag hatte der Sturm eine 15-Meter-Eiche samt Wurzelteller aus dem Boden gerissen. Der heftige Regen brachte auch den Zeitplan der insgesamt 20 qualifizierten Teilnehmer durcheinander. Letztlich lief aber alles wie geplant. Kirsch war zufrieden. Der Keller See sei mit seinen rund 650 Metern Länge optimal für den Sport geeignet. "Wir kommen gerne wieder."
Auch Kirsch, mittlerweile 69, nahm an der DM teil - damit löste er eine verlorene Wette ein. "Aber ich springe nicht mehr, das macht die Hüfte nicht mehr mit." Ganz vorne landeten andere. In der Damen-Gesamtwertung siegte seine Frau, Steffi Kirsch (42) aus Schleich, knapp vor Svenja Hempelmann (Porta Westfalica). Kirsch, die als Oberärztin in Bad Bertrich arbeitet, hat ihre ersten Titel Ende der 80er gefeiert - seitdem ist sie zigfache Titelträgerin. Im vergangenen Jahr wurde sie nach fast zehn Jahren Barfuß-Wasserski-Pause wieder Vize-Weltmeisterin.
Auch bei den Männern ging der DM-Titel in die Region: Christian Kurz (Hermeskeil) siegte in allen Kategorien (Slalom, Sprung, Figurenlauf und Gesamtwertung). Auf Platz zwei landete der erst 17-jährige Marc Niebuhr aus Euskirchen, der amtierende Junioren-Europameister. AF

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