Die falsche Entscheidung!

2,09!!! Das ist der Punkteschnitt, den Thomas Tuchel in seiner Amtszeit bei Borussia Dortmund erzielt hat. 2,09!!! Zweikommanullneun!!! Ein absoluter Spitzenwert.

Besser war beim BVB keiner seiner Vorgänger.
Man muss schon mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um diesen Trainer vor die Tür zu setzen. Tuchel hat alle Saisonziele mit Dortmund erreicht. Er hat den ersten großen Titel für die Schwarz-Gelben seit fünf Jahren gewonnen. Er ist in der Bundesliga seit zwei Jahren zu Hause mit dem Team ungeschlagen.
Ja - Thomas Tuchel mag im Binnenverhältnis ein schwieriger Charakter sein. Er mag angeeckt sein mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, mit Chefscout Sven Mislintat und mit Spielern. Aber Tuchels Wesenszüge sollten bekannt gewesen sein, als die BVB-Bosse ihn verpflichtet haben. Und dafür, dass alles angeblich so schlimm ist, hat die Borussia hervorragende Resultate erzielt.
Genauso wie vor zwei Jahren der Hype um die Dortmunder Verpflichtung von Tuchel zwei Nummern zu groß war, ist jetzt die harsche Kritik am detailversessenen Fußballlehrer deplatziert. Warum offenkundig vorhandene Risse auf der Basis einer im Endeffekt erfolgreichen Arbeit unter Männern nicht zu kitten sein sollen, erschließt sich für den Beobachter nicht.
Und nun? Wer meint, mit Lucien Favre - der als heißester Nachfolgekandidat gilt - einen pflegeleichten Trainer zu verpflichten, dürfte sich irren. Auch er hat seine ganz eigenen Vorstellungen und eckt an, wenn ihm etwas nicht passt. In Dortmund sollten sie diesbezüglich mal bei Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach nachfragen.
m.blahak@volksfreund.de

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