1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

Zwei Jahrzehnte in Castelforte: Die Sportakademie platzt aus allen Nähten

Zwei Jahrzehnte in Castelforte : Die Sportakademie platzt aus allen Nähten

Mit dem Einzug ins Konversionsgebäude in Castelforte wurde aus einem Dauerprovisorium eine Sportinstitution für die ganze Region und weit darüberhinaus.

„Es gab eine Zeit vor Castelforte!“, sagte Vorsitzende der Trierer Sportakademie Georg Bernarding  bei der kleinen Jubiläumsfeier  im Akademiegebäude und erinnerte sich: „Diese Zeit war zum Teil lustig.“ In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die für die Sportlehrerstudenten viel zu kleinen Toiletten am ehemaligen Standort an der Grundschule Olewig.

Doch die Episode, in der die Trierer Sportakademie erst provisorisch an der Universität, dann im städtischen Sportamt und ab 1993 im Trierer Stadtteil Olewig untergebracht war, ist kaum noch präsent in den Köpfen. Die Sportakademie (oder mit ganzem, etwas unhandlichem Namen die Europäische Akademie des Rheinland-Pfälzischen Sports) wird mittlerweile fest verbunden mit dem ehemaligen Kasernengebäude in der Herzogenbuscher Straße direkt neben der Arena Trier. Der 14. November 1997 ist so gesehen zwar nicht die Geburtsstunde, aber in gewisser Weise wurde die Sportakademie mit dem Einzug ins eigene Gebäude erwachsen. Für Seminare musste nun nicht mehr in Hotels ausgewichen werden.

Die nach dem Abzug der französischen Soldaten aus Trier leerstehenden Gebäude der ehemaligen Kaserne waren die Chance für die Sportakademie. „Damals ging man davon aus, dass alles abbruchreif war“, erzählte Bernarding. Doch es stellte sich heraus, dass alles trocken war. „Wir waren die ersten, die den Gedanken realisierten: Wir erhalten die alte Bausubstanz“, sagte Bernarding nicht ohne Stolz. Innerhalb von weniger als einem Jahr (Baubeginn war Anfang 1997) wurde aus einem Kasernengebäude, dem viele schon die Abrissbirne prophezeit hatten, die Sportakademie. „Das hätten wir auch nicht für möglich gehalten“, so Bernarding. Mit Hajo Laas habe man aber jemanden für die Bauaufsicht gewinnen können, „der die Kosten auf Heller und Pfennig im Blick hatte.“ Rund vier Millionen D-Mark habe die Renovierung gekostet. Der Senior erinnerte sich noch gut daran, wie er darauf bestand, dass die Platten im Foyer erhalten blieben und nicht durch eine teurere Neuanschaffung ersetzt wurden. „Wir gehen heute noch darauf“, so Laas.

„Nach 20 Jahren können wir sagen, die Erwartungen wurden erfüllt. Sicher nicht alle, aber sehr viele“, resümierte Bernarding. Auch in Zukunft werde ein Schwerpunkt der Akademiearbeit auf Europa und dem im Trier gegründeten Eurosportpool liegen. „In Zeiten, in denen sich Grenzen verhärten, ist es wichtig, dass es im Sport so eine Bewegung gibt“, sagte Triers Sozialdezernentin Angelika Birk.

Nachdem die Ausbildung zu staatlich geprüften Sportlehrern an der Trierer Sportakademie eingestellt wurde, rückt das Institut für Sportstättenentwicklung (ISE) verstärkt in den Fokus der Arbeit.  30 Mitarbeiter beschäftige die Sportakademie zurzeit. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Bernarding. Seit zehn Jahren wünscht man sich einen Erweiterungsbau (in Richtung Arena).