Diverse Probleme und diverse Lösungen

Diverse Probleme und diverse Lösungen

Mit dem Wettbewerb "Der zukunftsträchtige Sportverein" will der Sportbund Rheinland seine Mitgliedsvereine motivieren, sich dem Wettbewerb mit anderen Freizeitanbietern zu stellen. Drei Vereine der Region gehören in diesem Jahr zu den Gewinnern.

Trier/Trittenheim/Wittlich. Demografischer Wandel, Ganztagsschulen, flexible Arbeitszeiten - die Bandbreite der gesellschaftlichen Veränderungen, von denen Sportvereine betroffen sind, ist groß.

"Jeder Verein ist anders", sagt Claudia Pütz, vom PSV Wengerohr. Problemlösungen müssen individuell erarbeitet werden, erklärt die Geschäftsführerin beim viertgrößten Sportverein der Region. Ganz unterschiedliche Konzepte brachten auch drei Vereinen der Region beim Wettbewerb "Der zukunftsträchtige Sportverein" des Sportbund Rheinland (SBR) 2600 Euro Preisgeld ein.

Trierer Sporttaucher: Sieger Kategorie bis 150 Mitglieder

Einen Riesenschritt vorangekommen auf dem Weg von einer Gruppe Taucher, deren Hauptinteresse darin besteht, ihren Sport selbst auszuüben, zu einem Verein mit Jugendarbeit und gesellschaftlichem Engagement sind die Trierer Sporttaucher.

Der Entwicklungsprozess, der in den vergangenen fünf Jahren schon zu einer Verdopplung der Mitgliederzahl auf 80 führte, erhielt durch den SBR-Wettbewerb weiteren Auftrieb, erzählt der Vorsitzende Dietmar Schwan.

Das Konzept einer Patenschaft für den Aveler Bach war ein Resultat der Vorstandsklausur. Nicht nur das Gewässer soll sauber gehalten werden. Jugendliche und Kinder sollen auch für das Ökosystem sensibilisiert werden. 1000 Euro Preisgeld legen die Sporttaucher zukunftsträchtig an: "Dafür werden Jackets, Atemregler, Masken und Flossen für Kinder gekauft", sagt Schwan.

SV Trittenheim: Sieger Kategorie 150 bis 500 Mitglieder

"Wir stehen bestimmt stellvertretend für viele Vereine, die ursprünglich Einspartenvereine waren und in den letzten Jahren Schwierigkeiten mit dem Nachwuchs bekamen", sagt Michael Manikowski.

Dass sich der ehemals reine Fußballverein auch für andere Sportarten öffnen muss, war ein Resultat der Klausur des SV Trittenheim. Geschäftsführer Manikowski fand dabei die Hilfestellungen des SBR hilfreich: "Wir mussten das Rad nicht neu erfinden".

Den Sportverein im Ort mit wohnortnahen Angeboten lebensfähig halten, ist ein zentraler Punkt des Zukunftskonzepts des SV Trittenheim. Dazu gehört auch der Fußball. Der regelmäßige Spielbetrieb in Mannschaftssportarten fördere Zusammenhalt, glaubt Manikowski.

PSV Wengerohr: Zweiter Platz Kategorie über 500 Mitglieder

Wie man den Informationsfluss zwischen den einzelnen Abteilungen, Geschäftsstelle und Vorstand eines Großvereins sicherstellen, die vereinsinterne Kommunikationsstruktur verbessern kann, war das Thema der Vorstandsklausur des PSV Wengerohr. "Es ist klargeworden, dass wir finanziell, wie vom Personal und der Anzahl der betreuten Mitglieder her, fast schon ein Unternehmen sind", sagt Pütz über ein Ergebnis.

Ein Mitarbeiterhandbuch, in dem alles enthalten ist, was den PSV Wengerohr betrifft - Formulare, Adressen, Telefonnummern und vieles mehr - soll Abteilungs- und Übungsleitern nun den Weg durch den Verein weisen, erklärt Pütz. Extra:"Zukunftsträchtiger Sportverein" Mit 20 000 Euro, davon 6000 Euro an Preisgeldern, unterstützt das RWE den Wettbewerb des Sportbundes Rheinland, bei dem Vereine Ideen sammeln sollen, um fit für die Zukunft zu werden. Bedingung ist, dass die Vereine eine Vorstandsklausur organisieren. Unter verschiedenen Themen kann eins ausgewählt werden, zu dem der Sportbund einen Referenten stellt. Referate und Diskussionen sind die Grundlage für die Konzepte, die entwickelt werden. Zielsetzung ist dabei, Vereine auch in Zukunft attraktiv und konkurrenzfähig gegenüber kommerziellen Anbietern zu gestalten. Die jeweils drei besten Konzepte in den drei Kategorien bis 150, bis und ab 500 Mitglieder werden geehrt. Vereine, die am Wettbewerb 2010 interessiert sind, können sich an Barbara Berg, Telefon 0261/135145, E-Mail: barbara.berg@sportbund-rheinland.de wenden.

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