| 21:32 Uhr

Frauenhandball
Dem Favoriten bis zum Ende Paroli geboten

Trier. Eine Halbzeit hat sie bärenstark gespielt und sich dann von einer Schwächephase zu Beginn der zweiten Hälfte wieder gut erholt, bis zum Ende machte es die DJK/MJC Trier am Samstagabend in ihrem ersten Zweitliga-Heimspiel der neuen Saison spannend, stand aber unterm Strich mit leeren Händen da: Mit 23:25 (11:7) unterlag das von Elena Vereschako trainierte Team dem im Vorfeld klar favorisierten TV Beyeröhde-Wuppertal, der damit seine Startbilanz auf vier Siege aus den ersten vier Partien ausbaute.
Andreas Arens

Kreissport-Mitarbeiter beim Trierischen Volksfreund

Die Miezen haben derweil auch nach drei Spielen noch keinen Zähler auf dem Konto. Der beherzte Auftritt gegen die Gäste aus dem Bergischen machte aber auch der Trainerin viel Hoffnung für die nächsten Wochen: „Sicher sind wir enttäuscht, dass es nicht zu einem Punkt oder gar einem Sieg gereicht hat. Wir haben uns aber in Abwehr und Angriff erneut klar gesteigert.“

Ähnlich wie zuletzt beim 26:29 in Zwickau haderten die Miezen erneut mit zahlreichen Latten- und Pfostentreffern. An der Torumrandung scheiterte gegen Schluss auch Andrea Czanik, die in der 55. Minute nicht nur das 21:22 verpasste, sondern sich zudem eine Wadenverletzung zuzog. Trotzdem biss sich die Slowakin durch die letzten Minuten, markierte 35 Sekunden vor Schluss das 23:24, ehe Ramona Ruthenbeck drei Sekunden vor dem Ende alles klar machte für Beyeröhde. „Wir haben sehr, sehr gut gekämpft und waren bis zuletzt im Spiel“, sah Czanik hinterher in erster Linie das Positive. Ihre Teamkollegin Lindsey Houben – mit acht Treffern erfolgreichste Mieze – pflichtete ihr bei und ergänzte: „Mit unserem kleinen Kader, der nur wenige Wechselmöglichkeiten zulässt, war das schon beachtlich.“

In den ersten 30 Minuten wussten die Gastgeberinnen mit schnellem, direktem Spiel und konzentrierten Abschlüssen phasenweise sogar zu begeistern: 3:0 hieß es nach sieben Minuten, 6:2 nach einer Viertelstunde. Über 8:5 (22.) und 10:6 (25.) führten die Miezen zur Pause überraschend mit 11:7 – und das auch dank zahlreicher starker Paraden und gleich drei gehaltener Siebenmeter von Torfrau Aleksandra Baranowska.

„Wir wussten, wie unangenehm Trier spielen kann“, ließ Beyeröhdes Coach Martin Schwarzwald in seiner Analyse durchblicken. Doch nach dem Seitenwechsel brachte sein Team deutlich mehr Power in die Aktionen, spielte druckvoller und fand so nun die Lücken in der Abwehr der Miezen. Binnen knapp sieben Minuten hatte der TVB so aus einem Vier-Tore-Rückstand eine Führung mit einem Treffer Vorsprung gemacht (13:12). Als die Gäste in der 49. Minute erstmals mit drei vorne lagen, roch es nach einer Vorentscheidung, doch die Schützlinge von Elena Vereschako fighteten sich noch mehrere Male heran.

Anerkennenden Applaus gab es nach der Schlusssirene von den 385 Zuschauern, darunter auch der 2003er Meistertrainer Dago Leukefeld und Martin Rommel. Nachdem der langjährige Miezen-Macher sein Vorstandsamt aufgegeben hatte, gönnte er sich eine fast sechsjährige Zuschauer-Pause. Primär aus alter Verbundenheit zu der im Sommer zur DJK/MJC zurückgekehrten und von ihm 1996 als Spielerin verpflichteten Vereschako fand Rommel nun wieder den Weg zu den Miezen. „Es war ein Spiel, das hoffen lässt. Wenn sie so weitermachen, werden sie schon in Kürze zu einigen Punkten kommen“, zeigte sich Rommel optimistisch, dass der DJK/MJC auch in dieser Saison der Klassenverbleib gelingt.

Zunächst sind die Triererinnen aber im DHB-Pokal gefordert: Samstag, 18 Uhr, ist Bundesligist TV Nellingen zu Gast in der Arena.

Aufstellung/Tore DJK/MJC Trier: Aleksandra Baranowska, Melanie Eckelt – Angela Petrovska (1), Hannah Sattler (1), Dovile Ilciukaite (2/1), Lindsey Houben (8), Andrea Czanik (2), Vesna Tolic (2), Gabriella Szabo (4), Maja Zrnec (3), Dora Varga (n.e.)

Beste Schützinnen TV Beyeröhde-Wuppertal: Natalie Adeberg (7/2) und Melina Fabisch (4/1)