Drei Freunde, ein Ziel

Um talentierten Jugendfahrern den Übergang in die Eliteklasse zu vereinfachen, stellt sich der RV Schwalbe Trier neu auf. Unter anderem kehrt André Benoit in den Rennstall zurück.

Trier. Die Idee entstand auf dem Fahrrad - natürlich. Bei einer Trainingsfahrt von Trier ins lothringische Thionville kamen Michael Bittner, Michael Brämer und Max Valtey im Sommer auf die Idee, ein Projekt zu starten, um dem Straßen-Radsport in Trier neue Impulse zu geben.
Die drei Radsportler kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit beim RV Schwalbe Trier im Jahr 2013. "Wir wollen in Trier wieder etwas bewegen", sagt Bittner, der nach seinem Studium in Schweden den Weg zurück in die Region gefunden hat. Gleiches gilt für Brämer, der nach einem Jahr in Frankreich im September an die Mosel zurückgekehrt ist. Valtey hatte sich nur sportlich entfernt. Nach zwei Jahren, in denen er viele große Rennen mit weiten Anfahrtswegen hinter sich hat, ist auch für ihn klar "Ich will lieber wieder mit meinen Kumpels bei kleineren Rennen in der Region antreten und damit im Verein RV Schwalbe Trier etwas bewegen."
Dies war der springende Punkt für ein Konzept, das später im WG-Zimmer von Brämer in Heiligkreuz ausgearbeitet wurde. Es ist der Plan für ein integratives Elite-Team. Dieses besteht aus sieben Kernfahrern der Elite-Klasse, die mehr Aufwand in Training und Rennen stecken als andere Vereinsfahrer. Dies wird vom RV Schwalbe mit Material und Kleidung gefördert. Bei Wettkämpfen sollen gleichwohl Jugend- und Vereinsfahrer Seite an Seite mit den Kernfahrern am Start stehen. "In dieser Hinsicht wird es keine Trennlinie geben", sagt Bittner, der mit dem Fachwissen aus seinem Management-Studium als Projektleiter fungiert.
Der Schwalbe-Vorsitzende Günther Steffgen war von der Idee sofort begeistert. Er sicherte seine Unterstützung zu. Das Projekt soll die Lücke zwischen der Eliteklasse und Jugendfahrern schließen. Wegen ihr haben in letzter Zeit Talente oftmals den Verein verlassen.
Bezüglich Renneinsätzen hat Valtey schon einen groben Plan für die erste Jahreshälfte 2017 erarbeitet. Ein Höhepunkt ist das Heimrennen des RV Schwalbe, das SWT-Radsportfestival im Industriegebiet Trierweiler-Sirzenich. Ansonsten wird vornehmlich andernorts in Deutschland, in Luxemburg, Belgien und Frankreich gestartet.
Als Kernfahrer zurück zum RV Schwalbe kehrt der Trierer Oliver Scholer. Er ist vom Konzept ebenso überzeugt wie der Irscher Philipp Becker, dem aufgrund seiner vielfältigen internationalen Wettkampferfahrung eine Schlüsselrolle zufällt. Hinzu kommen Benedikt und Bastian Becker aus Rheinhessen. Gespräche mit weiteren Fahrern aus der Region Trier waren ebenfalls erfolgreich. So wird der aktuelle Kuota-Lotto-Profi André Benoit zu seinem Heimatverein zurückkehren.
Auch wenn die Fragen des Teambudgets weitgehend geklärt sind, ist das Team weiterhin auf der Suche nach Sponsoren und Spendern. red