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Drei mit Gänsehaut

Wittlich/Roth. 3800 Meter schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren und einen Marathon (42,195 Kilometer) laufen: Drei Radfahrer des RSC Stahlross Wittlich bewältigten die Herausforderung, einen Triathlon über die Ironman-Distanz in Angriff zu nehmen. Für die Brüder Jens und Stefan Ambrosius wurde die Challenge Roth ein besonderes Erlebnis. Holger Teusch

Wittlich/Roth. Gänsehaut bekommt man nicht nur, wenn es einen fröstelt. Uwe Reitz, Stefan und Jens Ambrosius war es eher heiß, als sie beim Langdistanz-Triathlon im fränkischen Roth den Solarer Berg hinauffuhren. "Gänsehaut pur", sagt Stefan Ambrosius zum Zuschauermagneten der insgesamt 226 Kilometer langen Strecke. "Das war der Hammer", ergänzt sein Bruder Jens. "Man fährt durch Menschenmassen. Einfach unbeschreiblich."
Während Reitz und Stefan Ambrosius bereits zum zweiten Mal beim weltgrößten Triathlon über diese Distanz starteten (3500 Teilnehmer, 5000 Helfer, 250 000 Zuschauer) war es für den 40-jährigen Jens das Debüt. "Ich hatte riesigen Respekt vor der Distanz. Ganz besonders kurz vor dem Wettkampf", erzählt Jens Ambrosius. Zumal er Ende April wegen eines Innenbandabrisses am rechten Arm eine Trainingspause einlegen musste. "Da stand alles noch mal auf der Kippe." Doch dank der Unterstützung seines Bruders, seiner Familie und mit den Trainingsplänen des aus Bernkastel-Kues stammenden Ironman-Bezirksrekordlers Marc Pschebizin klappte es am Ende doch noch.
Zwischen zehn und 25 Stunden investierte das Trio wöchentlich in die Vorbereitung. Dazu kamen im Winter und Frühjahr Trainingslager im wärmeren Süden. "Der Tag muss gut durchorganisiert sein das man alles so auf die Reihe kriegt, sonst muss man halt mal eine Trainingseinheit auslassen, es ist ja schließlich nicht mein Beruf", sagt Reitz. "Ganz großes Lob an unsere Familien. Ohne die wäre es nicht möglich, diese Umfänge zu trainieren. Sie haben uns ein Jahr den Rücken freigehalten", bedankt sich Jens Ambrosius. Dass die Familie am Streckenrand stand, war für seinen Bruder Stefan wichtig: "Ich hatte beim Rad fahren einen kleinen Durchhänger zwischen Kilometer 120 und 145. Beim Laufen hatte ich ab Kilometer 30 Magenprobleme, die mir kurze Gehpausen bescherten. Aber der Zuspruch von Familie, Freunden und Zuschauern hilft einem darüber hinweg", erzählt der 43-Jährige. So oft wie möglich trainierten die Geschwister zusammen. "Dabei habe ich viel gelernt und mir all die wertvollen Infos geangelt", sagt Jens Ambrosius. Der ältere und erfahrenere war in Roth am Ende trotzdem vorne. Nach 10:49:20 Stunden (813. Platz) jubelte Stefan Ambrosius und wartete 3:33 Minuten auf seinen Bruder (859.). Schnellster des Trios vom RSC Stahlross Wittlich war allerdings der bereits 57-jährige Uwe Reitz. In 10:46:11 Stunden (762.) belegte er den neunten Platz in der Altersklasse der 55- bis 59-Jährigen.