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Ehepaar Königs gewinnt 18. Bitburger-Läufercup

Ehepaar Königs gewinnt 18. Bitburger-Läufercup

Doppelsieg für die Familie Königs im Bitburger-Läufercup: Beim Finale im Rahmen des Deulux-Laufs in Langsur hat Ferahiwat die Frauenwertung gewonnen. Roger belegte bei den Männern den vierten Platz.

Langsur. "Die muss ja gewinnen": Allein Ferahiwat Königs Herkunft kürt die 30-Jährige bei den Straßenläufen der Region zur Favoritin. Kaum jemand denkt dabei daran, dass afrikanische Läufer mit den gleichen und in ihren Heimatländern oft noch größeren Problemen zu kämpfen haben als die Sportler in Europa.
Ferahiwat erlebte das am eigenen Leib: Aufgewachsen in Assala, etwa 175 Kilometer südlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Adeba, begann sie als drittes von neun Kindern mit 14 Jahren mit dem Laufsport. Sie war gut, schlug sogar die spätere Stundenlauf-Weltrekordlerin Dire Tune. Als 21-Jährige ging für Ferahiwat, die meist "Mimi" gerufen wird, ein Traum in Erfüllung: Sie wurde zu Straßenläufen nach Europa eingeladen. Doch das jahrelange harte Training mit schlechtem Schuhwerk forderte seinen Tribut. Die Knie schmerzten dauerhaft.
Doch statt zu resignieren, lernte die orthodoxe Christin in Abendkursen im belgischen Lüttich Französisch. Erst im Herbst 2008 schnürte Ferahiwat wieder für einen Wettkampf die Laufschuhe. Bei dem Crosslauf, bei dem sie dem Lütticher Verein in einer Staffel aushalf, lernte sie ihren jetzigen Ehemann Roger Königs kennen. In Langsur beobachtete der zehn Monate alte Sohn Matthäus, wie Mutter und Vater den Sieg im Bitburger-Läufercup unter Dach und Fach brachten.
Ihre Herkunft und die Probleme ihrer laufenden Landsleute haben Ferahiwat und Roger Königs allerdings nicht vergessen. Zum Jahreswechsel reist das Paar zu "Mimis" Eltern nach Äthiopien. Im Gepäck sind wieder einige Sporttaschen mit gebrauchten Laufschuhen für den Sportlernachwuchs von Assala. "Für äthiopische Verhältnisse werfen hiesige Läufer relativ schnell ihre Schuhe weg", erklärt Roger. Selbst wenn die Sportler in Afrika das Geld hätten, sich Schuhe zu kaufen - es gibt keine.
Wer gebrauchte, aber intakte Laufschuhe für Äthiopien zur Verfügung stellen will, kann sich per E-Mail an Roger Königs wenden: running_roger2000@ yahoo.de teu