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Eifel-Rallye-Festival
Legendäre Boliden in der Vulkaneifel

Daun. Eifel-Rallye-Festival: Höhepunkt soll die Pikes-Peak-Parade sein – Walter Röhrl pilotiert den Audi S1 – Orga-Leiter Otmar Anschütz vom MSC Daun rechnet mit weiteren prominenten Teilnehmern.

Wenn sich beim ADAC- Eifel-Rallye-Festival jedes Jahr rund um Daun über 150 Fahrzeuge der Rallye-Geschichte treffen, um die Historie dieses Sports zu zelebrieren, gibt es immer ein besonderes zusätzliches Thema. Für die aktuelle Ausgabe von Donnerstag bis Samstag, 19. bis 21. Juli, haben sich die Veranstalter für das Pikes- Peak-International-Hill-Climb entschieden. Der Pikes Peak ist ein 4.301 Meter hoher Berg in den Rocky Mountains im US-Bundesstaat Colorado. Die Renndistanz von 19,99 Kilometern umfasst 156 Kurven und wurde in den 80er Jahren noch komplett auf Schotter ausgetragen. Vom Start auf 2.862 Metern Höhe geht es mit durchschnittlich sieben Prozent Steigung über 1.439 Meter Höhenunterschied bis zum Ziel auf dem Gipfel.

So besonders wie die Strecke des Pikes Peak ist auch seine Rolle für den Rallyesport. „Er wurde nach dem Ausschluss der Gruppe B aus der Rallye-WM zu einem neuen Zuhause für diese spektakulären Monster“, weiß der Kölner Reinhard Klein aus eigener Erfahrung. Der Mitorganisator und Kopf von Slowly Sideways, der Vereinigung von Besitzern historischer Rallye-Boliden, war damals als Fotograf von Ort. „Bei dem Bergrennen sind die Gruppe-B-Autos von Audi, Peugeot, Ford, Lancia und Austin Rover in ihrer extremsten Form gefahren. Und genauso möchten wir sie in die Eifel holen. Bei der Auswahl der Teilnehmer legen wir, wie auch im gesamten Festival-Feld, großen Wert auf Originalität oder originalgetreue Nachbauten. Die Pikes-Peak-Boliden werden bei zwei ausgewählten Prüfungen antreten. Sie starten am Freitagabend auf dem Nachtrundkurs Hilgerath und am Samstag beim zweiten Risselberg-Durchgang, die Prüfung führt passenderweise über eine ehemalige Bergrennstrecke.

Einige Highlights für die Pikes-Peak-Parade stehen schon jetzt fest. Audi Tradition öffnet seine Museumstore und bringt zwei originale Siegerwagen mit in die Vulkaneifel. Zum einen den Audi Sport Quattro, mit dem Michèle Mouton 1985 gewann, und zudem den absoluten Über-S1, den Walter Röhrl 1987 mit rund 600 PS zum Sieg pilotierte. Den Mouton-Quattro wird Harald Demuth ausführen, das „Flügelmonster“ wird nach aktuellem Stand Röhrl selbst steuern.

Einen weiteren Siegerwagen bringt der Stuttgarter Wolf-Dieter Ihle an den Start, es handelt sich um den Audi Quattro A2 von 1983. Wie damals wird das amerikanische Rallye-Ass John Buffum am Steuer sitzen. Audi hat am Pikes Peak von 1982 bis 1987 sechs Mal in Serie gewonnen, mit dem Audi Quattro A2, dem Audi Sport Quattro und dem Audi S1 Pikes Peak sind alle damals eingesetzten und siegreichen Modelle in der Eifel erstmals vereint.

Ein ganz besonderes Fahrzeug wird in der Eifel seine ersten Kilometer nach dem Pikes-Peak-Einsatz 1986 absolvieren. Ebenfalls aus dem Fundus von Ihle stammt der VW Golf Bimotor. Der Doppelmotor-Golf - bei der Restauration kamen noch einige Kilo Sand aus Colorado ans Tageslicht - wird wie damals von Ex-Europameister Jochi Kleint pilotiert. Wie in Stuttgart werden auch bei Erich Müller in Österreich die Lichter in den „Schrauberhallen“ bis zum Festival nicht mehr ausgehen. Peugeot forderte 1987 mit drei Peugeot 205 T16 Pikes Peak Audi heraus. Die drei Einsatzfahrzeuge existieren jedoch nicht mehr. Zwei wurden 1988 als Basis für die dann eingesetzten 405 T16 umgebaut, einer wurde für Rallyecross-Einsätze modifiziert. Diese Lücke füllt Müller und baut einen originalgetreuen 205 T16 Pikes Peak neu auf, die Jungfernfahrt mit ihm am Steuer wird dann beim Festival erfolgen. Der Brite Mark Rennison bringt den originalen Ford RS200 mit nach Daun, mit dem er selbst am Race To The Clouds, dem Rennen zu den Wolken, teilgenommen hat. Initiiert hat diesen Einsatz Festival-Dauergast John Wheeler, der gleichzeitig auch der Vater des RS200-Projektes bei Ford war.

„Das ist schon eine wirklich sehr beachtliche Pikes-Peak-Starterliste, auf die wir sehr stolz sind. Aber es laufen noch Gespräche, und es ist gut möglich, dass sich das eine oder andere Schätzchen noch dazugesellt“, sagt Orga-Leiter Otmar Anschütz vom veranstaltenden MSC Daun.