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Ein Eifeler schreibt Fußball-Geschichte

Wolsfeld/Braunschweig. In Braunschweig herrscht Ausnahmezustand. Eine ganze Stadt bejubelt die Rückkehr der Eintracht in die erste Liga. Mittendrin: Profi Oliver Petersch aus Wolsfeld. Am Tag des Aufstiegs feierte der Eifeler Geburtstag. Mirko Blahak

Wolsfeld/Braunschweig. Oliver Petersch ist auf dem Weg der Besserung. Der zweitägige Partymarathon hat leichte Spuren hinterlassen. Los ging\'s im Ingolstädter Sportpark, wo die Eintracht dank des Freistoßtors von Damir Vrancic in der Nachspielzeit den lang ersehnten Erstliga-Aufstieg perfekt gemacht hatte. Später wurde in Nürnberg weiter gefeiert. Tags darauf herrschte dann auch während der langen Busfahrt nach Braunschweig und beim Fanempfang im heimischen Eintracht-Stadion ausgelassene Stimmung. "Die Atmosphäre war überragend. Als wir in die Stadt fuhren, waren überall blau-gelbe Fahnen zu sehen. Was die Fans abgezogen haben, ist Wahnsinn", berichtet Petersch. Das Ganze dürfte an Pfingstmontag noch getoppt werden. Zur offiziellen Aufstiegsfete auf dem Schlossplatz werden bis zu 50 000 Anhänger erwartet.
Die "Löwen" haben Geschichte geschrieben. Nach 28 Jahren kehren die Niedersachsen in die erste Liga zurück. Erst vor zwei Jahren waren sie in die zweite Liga aufgestiegen. "Die Mannschaft hat sich rasant entwickelt. Der sportliche Erfolg hat nichts mit Zufall zu tun, sondern ist das Resultat harter Arbeit. Dennoch ist der Erstligaaufstieg eine absolute Sensation", sagt Petersch, dessen Neugierde auf die erste Liga enorm ist: "Für mich geht ein absoluter Traum in Erfüllung."
Vorfreude auf Pep Guardiola


Sein Verbleib ist aber noch nicht spruchreif. Peterschs Vertrag läuft aus. Gespräche über eine Verlängerung soll es geben. Der Trainer hatte einst angekündigt, alle Aufstiegshelden in die erste Liga mitnehmen zu wollen. "Jedes Spiel in der nächsten Saison wird für Braunschweig ein Höhepunkt", prognostiziert Petersch, dem unter anderem die mögliche Aussicht auf Begegnungen mit dem neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola ein Grinsen ins Gesicht zaubert.
Seit dem Wochenende hat der Eifeler, der 2012 wegen einer Schambeinentzündung und einer Leistenoperation monatelang ausgefallen war, zig Glückwünsche entgegengenommen. Sie kamen von Ex-Mitspielern seines Heimatvereins SV Wolsfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm), ehemaligen Mitschülern und seiner Familie. Sie gratulierten zum Aufstieg - und zum 24. Geburtstag, den Petersch am Tag des Spiels in Ingolstadt feierte. "Solch eine Konstellation erleben nicht viele Fußballer", schmunzelt er.
Über den FC Bitburg war Petersch 2001 zu Bayer Leverkusen gekommen. Beim Werksclub stieß er nach seiner Jugendzeit in die zweite Mannschaft vor. 2009 wechselte der Mittelfeldspieler nach Oberhausen, 2011 dann zur Eintracht. Jetzt hofft er, in der ersten Liga ein neues Kapitel aufschlagen zu können.