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Salmrohr überwintert als Oberliga-Schlusslicht: Ein Tor-Doppelpack zum Abschied

Salmrohr überwintert als Oberliga-Schlusslicht : Ein Tor-Doppelpack zum Abschied

Sich mit einem Dreier in die Winterpause zu verabschieden und damit vom Tabellenende wegzukommen, war das große Ziel des FSV Salmrohr vor dem Duell mit Hertha Wiesbach. Das 2:3 schmerzt umso mehr, als dass es (mal wieder) eine sehr spät zustande gekommene Niederlage war.

„Die letzten zehn Minuten ausgeklammert, könnten wir etliche Punkte mehr haben“, stellte Christian Rauen, Zweiter Vorsitzender des FSV Salmrohr, nach der abschließenden Oberliga-Rheinland-Pfalz/Saar-Partie am Samstag gegen Hertha Wiesbach fest. Diesmal stocherte Sebastian Lück den Ball in der 87. Minute mit Hilfe des Innenpfostens über die Salmrohrer Torlinie – vehemente Proteste von FSV-Keeper Philipp Basquit, der felsenfest davon ausging, das Spielgerät noch rechtzeitig unter Kontrolle gebracht zu haben, brachten nichts ein.

Sei es das 1:1 in Mechtersheim mit dem Elfmeter gegen den FSV in der Schlussminute, sei es der späte Ausgleichstreffer von Karbach zum 1:1 im Salmtalstadion – oder sei es das Jägersburger 2:1 in der Nachspielzeit: Oft gab Salmrohr in den vergangenen Wochen in der Tat ganz am Ende (mehr) Zählbares aus der Hand. „Mal war es Pech, mal Unvermögen“, sieht Rauen keinen eindeutigen Grund für die Punktverluste.

Für Trainer Lars Schäfer ist es aber klar: „Qualität haben wir. Nur wir müssen auch alles dafür tun.“ Fatale Fehler und Unpässlichkeiten rund um die Partien hatten bereits dem Ende Oktober (in erster Linie allerdings) aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Coach Peter Rubeck zu schaffen gemacht. „Ich kann Peter verstehen. Auch an mir nagen diese Pleiten sehr“, ließ Schäfer durchblicken.

Die Spielvorbereitung sei beim einen oder anderen seiner Schützlinge nicht so, wie sie eigentlich in der Oberliga sein müsse. Bezeichnend in diesem Zusammenhang war, warum Schäfer den bis dahin ordentlich agierenden Niklas Lames in der Halbzeit auswechseln musste: Der Mittelfeldspieler hatte eine Kontaktlinse verloren, indes keinen Ersatz dabei gehabt.

Insgesamt tat Schäfers Team in der ersten halben Stunde viel zu wenig, lag zurecht durch Björn Recktenwalds Treffer (nach Freistoß von Maurice Urnau aus kurzer Distanz erfolgreich, 24.) in Führung. Sämtliche fünf Treffer fielen direkt oder indirekt nach Standards: Für das überraschende 1:1 und das 2:1 zeichnete jeweils Jakub Jarecki verantwortlich. In der 32. und 51. Minute bugsierte der den Ball nach präzisen Freistößen von Lames und Tim Habscheid über die Linie. Jareckis Saisontreffer sechs und sieben waren die letzten im FSV-Dress – das erklärte der 22-Jährige nach dem Wiesbach-Spiel. Anfragen von Salmrohrs Ligakonkurrent Eintracht Trier und aus dem benachbarten Luxemburg lägen ihm vor. Zudem existiert ja weiter der Vorvertrag mit dem polnischen Zweitligisten Bytovia Bytow (TV berichtete).

„Immer wieder individuelle Fehler“ machte Jarecki für die zwölfte Niederlage in dieser Saison verantwortlich. Die Zuordnung habe so auch beim Wiesbacher Ausgleichstreffer durch den aufgerückten Innenverteidiger Lück (58.) und beim 2:3 durch den gleichen Akteur nicht gestimmt.

„Einen Reifeprozess“ mache das junge Team durch. Dieser soll sich laut Trainer Schäfer ab dem Start in die Wintervorbereitung auch in mehr Disziplin niederschlagen: „Wir werden nächstes Jahr ein anderes Gesicht zeigen – und dafür auch härter durchgreifen.“

Den Liveticker und Videostimmen der beiden Trainer Lars Schäfer sowie Michael Petry und Doppeltorschütze Jakub Jarecki gibt es unter www.fupa.net/volksfreund

FSV Salmrohr – Hertha Wiesbach 2:3 (1:1)

Salmtalstadion, 122 Zuschauer

FSV Salmrohr: Basquit – Eichhorn, Düpre, Braun, Touré – Jarecki, Diederich, Irsch, Tim Habscheid (71. Nils Habscheid) – Lames (46. Reuter) – Ozoh (60. Almeida).

FC Hertha Wiesbach: Wamsbach – Ogorodnik (51. Karatas), Lück, Baier, Hinkelmann – Urnau (43. Veeck), Schmidt, Noll, Runco – Recktenwald, Pelagi (80. Flätgen).

Tore: 0:1 Recktenwald (24.), 1:1, 2:1 Jarecki (32., 51.), 2:2, 2:3 (58., 87.)

Schiedsrichter: Adrian Kokott (Limburgerhof)

Personal: Gegenüber dem vorangegangenen 2:3 gegen Pfeddersheim 14 Tage zuvor fehlten die verletzten Marc Inhestern und Gianluca Bohr. Shaban Almeida musste zunächst auf der Bank Platz nehmen. Der von einer Meniskusverletzung überraschend schnell wiedergenesene Kader Touré, Anthony Ozoh und Daniel Braun (nach Gelb-Rot-Sperre) standen in der Startelf. In der Schlussphase feierte Nils Habscheid nach monatelanger Verletzungspause sein Oberliga-Debüt.

Schlüsselszene: Der eingewechselte Eric Reuter schießt freistehend drüber. Es wäre nach gut einer Stunde das 3:2 gewesen (61.)

Spieler des Spiels: Zum Abschied drehte Jakub Jarecki nochmal auf, initiierte viele Offensivaktionen und traf gleich zweimal. (AA)