Eine hofft, die andere lässt den Weltrekord wackeln

Berlin · Sieben Wochen vor den Paralympischen Spielen in Rio de Janeiro haben Diana Dadzite von der TG Konz und Maike Hausberger vom Post-SV Trier bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin mit Blick auf den Saisonhöhepunkt noch einmal aufhorchen lassen. Auch der Nachwuchs aus der Region gewann Titel.

Eine hofft, die andere lässt den Weltrekord wackeln
Foto: (g_sport

Berlin. Die Trie rer Rollstuhlsportlerin Diana Dadzite lässt den Speerwurf-Weltrekord wackeln. Bei den internationalen deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende in Berlin flog ihr 600 Gramm schweres Wurfgerät mit 22,36 Metern nur 35 Zentimeter am 17 Jahre alten Weltrekord der Schadensklasse F55 (Querschnittslähmung mit normaler Armfunktion) vorbei. Rekordinhaberin Martina Willing (Cottbus) belegte mit 22,08 Metern den zweiten Platz, nachdem sie sich im vorletzten Versuch die Führung erkämpft hatte. Doch Dadzite, die bei den Paralympics für ihr Heimatland Lettland an den Start gehen wird, konterte im letzten Versuch mit der persönlicher Bestweite. "Willing ist Dianas größte Konkurrentin in Rio. Sie war seit 15 Jahren ungeschlagen. Der Sieg war unglaublich wichtig", freute sich Dadzite-Trainer Siegfried Wegener von der TG Konz über den Coup seines Schützlings.Im Diskuswurf scheint Wachablösung von F55-Weltrekordlerin Marianne Buggenhagen vom PSC Berlin (27,80 Meter aus dem Jahr 2008) weiterhin nicht in Sichtweite. Dadzite musste sich in Berlin mit 19,72 Metern der 63-Jährigen, die mit 24,48 Metern eine Klasse für sich war, geschlagen geben. Gleich zweimal beste Sportlerin der Klasse T37 (spastische Hemiparese, halbseitige Lähmungserscheinungen) war Maike Hausberger. Im Weitsprung verfehlte die 21-Jährige vom Post-SV Trier mit 4,09 Metern ihre persönliche Bestleistung nur um drei Zentimeter. Über 400 Meter blieb die Paralympics-Fünfte von London in 1:13,50 Minuten über der Zeit, mit der sie in diesem Jahr U23-Vizeweltmeisterin wurde (1:12,08). Nach mehr als einjähriger Verletzungspause versucht Hausberger nun noch Wettkampfroutine zu bekommen. Am Wochenende fliegt sie deshalb zum Grand Prix nach London. "Ich bin gespannt, wie der DBS sich entscheidet. Noch habe ich die Hoffnung auf die Paralympics-Teilnahme nicht verloren", erklärt die junge Frau aus Butzweiler. Noch mindestens eine Olympiade Zeit haben die 16-jährige Anna-Katharina Nickels aus Arzfeld und die vier Jahre jüngere Julia Würthen aus Biersdorf am See. Die in der Schadensklasse T56 startende Nickels sicherte sich die U18-Titel im Kugelstoßen und Speerwurf und wurde im Diskuswurf Vizemeisterin. Mit der Drei-Kilogramm-Kugel der Frauen war sie mit 6,21 Metern beste Deutsche hinter einer Kroatin und einer Britin. Die schwerer behinderte Würthen (Klasse T53) gewann die U16-Titel über 200 Meter und 400 Meter. teu

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