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Sport
Eine Legende jagt die nächste

Trier. Um die Entstehung der Drachenboote ranken sich viele Mythen - Moderne Geschichte beginnt in den 1970er Jahren.

Trier (bl) Der Ursprung der Drachenboote liegt in China. Rund um die Entstehungsgeschichte der Boote, die mit geschnitzten Schwänzen und Köpfen einen Drachen darstellen, ranken sich mehrere Legenden. Der populärsten Überlieferung zufolge sollte mit solchen Booten im Jahr 280 vor Christus der chinesische Nationaldichter und ehemalige Minister Qu Yuan vor dem Ertrinken gerettet werden. Um den Körper Qu Yuans vor gefräßigen Fischen zu schützen, schlugen die aufs Wasser eilenden Fischer so wie in einem Wettrennen mit ihren Paddeln kräftig auf das Wasser und warfen mit Reis gefüllte Weinblätter in den Fluss. Zudem hätten sie mit Trommeln die Raubfische vertreiben wollen. Als Beginn der modernen Drachenboot-Geschichte gilt das in den 1970er Jahren aus der Taufe gehobene Drachenboot-Festival in Hongkong. 1991 wurde die internationale Drachenboot-Organisation gegründet, die 1995 die ersten Weltmeisterschaften ausrichtete. Aktuellen Erhebungen zufolge wird Drachenboot als Wettkampfsport in mehr als 40 Ländern betrieben.
In Deutschland fand das erste Rennen 1987 im Rahmen der Kanu-Weltmeisterschaften in Duisburg statt. In Saarbrücken wird jedes Jahr mit dem "Monkey-Jumble" die nach eigenen Angaben größte Drachenboot-Langstreckenregatta Europas ausgetragen. Die Veranstaltung hat Volksfestcharakter.
Nach Angaben des Drachenboot-Ressorts im Deutschen Kanu-Verband betreiben derzeit rund 100 organisierte und 2000 nicht organisierte Teams mit schätzungsweise 35 000 Sportlern in Deutschland den Drachenbootsport.