Engagiert und erfolgreich

Marco Justinger leitet die Fußballabteilung des SV Kell und steht seit Dezember wieder auf der Kommandobrücke in seinem Heimatverein. Nach dem Herbstmeistertitel soll die erfolgreiche Serie fortgesetzt werden. Am Wochenende geht es zum Derby nach Grimburg.

Kell. Nach dem Wechsel von Horst Regnier zum SV Olewig sprang der 42-jährige Marco Justinger in die Bresche und coacht seit knapp einem Jahr wieder seinen Heimatverein SV Kell. Im Gespräch mit dem Volksfreund erzählt er mehr von sich und dem Verein.Was ist für Sie das Besondere am SV Kell?Marco Justinger: Wenn man in Kell aufgewachsen ist, dort lebt und schon seit fast 40 Jahren Mitglied ist, hat man im Laufe der Jahre eine enge Bindung zum Verein aufgebaut, und wenn man in einem Dorf aufwächst und aktiv am Vereinsleben teilnimmt, prägt das ein Leben lang. Man erlebt viele gemeinsame Momente, ist für einander da, trifft sich, um im Team Spaß zu haben, und darüber hinaus entwickeln sich Freundschaften.Mit welchen Zielsetzungen sind Sie vor der Saison gestartet?Justinger: Wir wollen erfolgreichen Fußball spielen, uns sportlich weiter entwickeln und als Mannschaft zusammenwachsen.Haben sich Ihre Erwartungen bis jetzt erfüllt?Justinger: Mit Blick auf die Tabelle liegen wir über meinen Erwartungen. Erschwerend gestaltet sich allerdings das zielorientierte Training, da viele Spieler während der Woche nicht trainieren können.Was zeichnet Ihre Mannschaft aus?Justinger: Die Mannschaft ist lernwillig, hat Spaß am Fußball und am Miteinander außerhalb des Spiels.Welche Schwächen gilt es noch anzupacken?Justinger: Fußball ist ein ständiger Lernprozess, da gilt es, mit vielen Wiederholungen Stabilität zu finden. Der Spielaufbau und die damit verbundene Ballsicherheit sind aktuelle Schwerpunkte.Sind im Kader alle Positionen besetzt?Justinger: Ja, aber der Kader ist bezüglich der Leistungsdichte mit 14 bis 15 Spielern einfach zu klein. Wenn sich da jemand längerfristig verletzt, kann das zu Problemen führen, da nicht wirklich jeder ersetzbar ist.Ist mit Verstärkung in der Winterpause zu rechnen?Justinger: Wir haben uns nicht nach neuen Spielern umgesehen, rechnen aber in den nächsten Jahren mit Spielern aus der Jugend. Die A-Jugend unter Werner Berger spielt in der Kreisstaffel, und die B-Jugend unter Martin Reichert spielt in der Bezirksliga. Beide halten sich im oberen Tabellendrittel, und das stimmt mich positiv.Ein Wort noch zu den Rahmenbedingungen beim SV Kell.Justinger: Im Großen und Ganzen gut. Während der Sommerphase steht uns der Rasenplatz zur Verfügung. Probleme bereiten uns da schon eher die Wintermonate. Um sie zu minimieren, haben wir zwar ein Kleinspielfeld angelegt, das je nach Wetter aber auch nicht immer bespielbar ist. Das Miteinander im Verein erlebe ich als sehr kollegial, respektvoll und wertschätzend.Gibt es Highlights im Laufe Ihres Fußballerlebens, an die sie sich besonders gerne erinnern?Justinger: Geprägt hat mich der Fußball im Allgemeinen, da man im Mannschaftssport lernt, sich gegenseitig zu unterstützen und Rücksicht aufeinander zu nehmen. Da ich im Seniorenbereich nur einmal Meister wurde, war die Meisterschaft mit der SG Ruwertal natürlich etwas Besonderes. Auch der direkte Wiederaufstieg mit Kell in die A-Klasse 2005 (nachdem wir im Vorjahr abgestiegen sind) war ein besonderer Moment. In meiner Jugend waren es die Spiele mit der Verbandsauswahl in Ungarn, Tunesien und Holland sowie die Verbandsturniere um die deutsche Meisterschaft in Duisburg. Ein weiteres Highlight war die damalige Meisterschaft mit der A-Jugend von Eintracht Trier, die uns die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft ermöglichte.Extra

Marco Justinger ist 42 Jahre und wohnhaft in Kell am See. Seine sportliche Laufbahn begann mit sechs Jahren beim SV Kell, bevor er noch in der Jugend zu Eintracht Trier wechselte. Nach sechs Jahren bei der Eintracht (VL) folgten ein Jahr Hermeskeiler SV (VL) und sechs Jahre Landesliga beim FC Wadrill. Von 1998 bis 2005 trainierte er als Spielertrainer seinen Heimatverein SV Kell, in der Folge drei Jahre die SG Ruwertal. Nach einer dreijährigen Pause übernahm er im Jahr 2011 wieder das Traineramt des SV Kell, in dem er bereits ehrenamtlich seit 2010 als Abteilungsleiter Fußball tätig ist. Beruflich leitet der Diplom-Sozialpädagoge eine Jugendhilfeeinrichtung des Caritasverbandes. b