"Es muss etwas geschehen in unserem Sport"

"Es muss etwas geschehen in unserem Sport"

Fortsetzung der Aufholjagd: Mit 25 Punkten beim zweiten Lauf zur internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft am Sonntag auf dem Nürburgring haben André Kretzer und Jens Lehnertz das Maximum erreicht. Dass der Sieg im spektakulären Sidecar-Rennen da an einen holländischen WM-Starter ging, spielte keine Rolle mehr.

Nürburgring. Es war eine Premiere in der anerkannten Motorrad-Rennserie: 27 Gespanne nahmen am Sonntagabend das Rennen in der Sidecar-Klasse auf. Was daraus resultierte, dass auch der niederländische Verband ein Rennen um die nationale Wertung in diesen Lauf integriert hatte. Beim letzten WM-Lauf traten gerade mal zwölf Teilnehmer an. "Das zeigt doch, dass die IDM mittlerweile ein ganz hohes Niveau hat", sagt auch der gebürtige Eifeler Jens Lehnertz.
Er und sein Fahrer André Kretzer standen am Ring gewaltig unter Druck. Durch den Ausfall auf dem Lausitzring hatten die beiden Youngster bereits 25 Punkte auf den Sieger, ihre vermeintlich schärfsten Rivalen Gürck/Wechselberger (PSV Wels), verloren. Beim zweiten Lauf in Zolder hatten Kretzer/Lehnertz nach einem äußerst knappen Rennen die Nase vorn. In ähnlicher Form wiederholte sich das am Sonntag. "Die beiden Holländer hatten den besten Start, wir wurde erst einmal von der Pole-Position auf Rang vier durchgereicht und mussten uns dann nach vorn arbeiten", beschreibt der 25-Jährige den Rennauftakt.
Der amtierende Deutsche Meister, das Gespann Sattler/Neubert, musste schon in der vierten Runde wegen eines technischen Defektes aufgeben. So entwickelte sich ein ganz enges Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gürck/Wechselberger und Kretzer/Lehnertz, bei dem die Positionen nach harten, aber fairen Rennduellen mehrfach wechselten. Am Ende lag Jens Lehnertz mit seinem Partner um etwas mehr als fünf Sekunden vorn und heimste sich dadurch die Maximal-Punktzahl (25) ein. Da ihre schärfsten Rivalen aber ebenfalls noch 20 Punkte aus dem Wochenende mitnahmen, haben diese in der Gesamtabrechnung bei fünf ausstehenden Rennen immer noch einen Vorsprung von 15 Punkten.
"Es wird weiter eng bleiben zwischen uns. Schon beim nächsten Lauf auf dem Hungaroring, wo zwei Hauptrennen anstehen. Wir dürfen uns keinen Fehler erlauben und hoffen, dass uns die Technik nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht." Der Eifeler und sein hessischer Teampartner werden sich in der laufenden Saison weiter auf die IDM konzentrieren. "Das Budget reicht nicht aus für IDM und Weltmeisterschaft", sagte uns Lehnertz.
Dennoch werden der 25-Jährige und sein Fahrer beim deutschen WM-Lauf in Oschersleben Ende August eine Wildcard nutzen und dort an den Start gehen. Was dann im nächsten Jahr aus den WM-Plänen der beiden wird, hängt auch davon ab, "wie sich die Sidecar-Klasse entwickelt", erklärt Lehnertz. Derzeit ist eine Reduzierung des Hubraums auf 600 ccm für F1-Gespanne und eine Zusammenlegung mit der F2 angedacht. Beide stehen dem positiv gegenüber: "Es muss etwas geschehen in unserem Sport, er muss auch bezahlbar bleiben. Wenn es immer weniger Gespanne werden, dann wird man in dieser Klasse bald nicht mehr fahren. Es muss spannender, kompakter, aber auch günstiger werden." jüb