1. Sport
  2. Sportmix
  3. Regional

"Es tut uns in der Seele weh"

"Es tut uns in der Seele weh"

Die internationale ADAC Deutschland-Rallye rund um Trier wird in diesem Jahr einer ihrer spektakulärsten Höhepunkte beraubt. Der neunte von 13 Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft vom 23. bis 26. August findet ohne die Schotterprüfung Hermeskeil/Gusenburg statt.

Hermeskeil/Gusenburg. "Es tut uns in der Seele weh. Diese Prüfung war ideal für den Auftakt des Rallye-Samstags. Sie war verkehrsgünstig gelegen, stellte hohe Anforderungen an die Piloten und zog mit ihren spektakulären Schotterdrifts und Sprungkuppen die Zuschauer in Massen an." Rallye-Leiter Armin Kohl - und mit ihm sein ganzes Team - bedauern das Aus für die beiden Prüfungen des deutschen WM-Laufes am Samstagvormittag und am Nachmittag ausdrücklich. "Wir hätten liebend gerne dort oben weiter gemacht."
Zwei Jahre lang wurde auf dem ehemaligen Bundeswehr-Gelände in Hermeskeil und an der Peripherie der Hochwald-Gemeinde Gusenburg um WM-Punkte gefahren. Der hohe Schotteranteil war das Markenzeichen dieser Wertungsprüfung, die die Piloten "liebten und hassten zur gleichen Zeit", wie Ex-Weltmeister Petter Solberg noch im vergangenen Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung beteuerte.
Warum also in diesem Jahr nicht mehr? Das neue Reglement des Weltautomobilverbandes Fia verbietet in diesem Jahr sogenannte "Mischprüfungen", also Wertungsprüfungen, bei denen die Oberflächenbeschaffung des Untergrundes abwechselt. "Das gilt nicht nur für eine einzelne Prüfung mit wechselndem Belag, sondern für eine ganze Veranstaltung. Entweder an einem Tag nur Schotter oder nur Asphalt, aber kein wechselnder Belag", bestätigte das Rallye-Büro am Montag auf TV-Anfrage.
"Wir haben wirklich alles versucht, weil wir von dieser Prüfung überzeugt und begeistert waren", sagt Kohl. "Wir haben eigens bei der Fia in Paris einen Antrag auf Ausnahmeregelung für die Wertungsprüfung im Hochwald gestellt und diesen mit der enorm hohen Akzeptanz durch Teams und Fans begründet. Unserem Antrag wurde aber nicht stattgegeben", sagt Kohl, der aber darauf verweist, dass "diese Geschichte 2013 vielleicht schon wieder ganz anders aussehen kann". Etwa 20 000 bis 25 000 Fans sollen samstags - teils schon morgens in der ersten Dämmerung, um sich einen guten Platz zu ergattern - den wilden Fahrkünsten der "Quertreiber-Könige" beigewohnt haben. Ob für die Wertungsprüfung Hermeskeil/Gusenburg nun Ersatz geschaffen wird, steht noch nicht fest. "Wahrscheinlich werden wir samstags mit der Ruwertal-Prüfung beginnen. Eventuell wird die Peterberg-WP aus früheren Deutschland-Jahren im Raum Primstal/Braunshausen wieder ins Programm aufgenommen. "Ich habe bereits dort in kommunalen Ausschüssen vorgesprochen. Wir arbeiten aber noch an verschiedenen Varianten," sagt Kohl, der indes bekräftigt: "Außer dem Circus Maximus wird 2012 jede Wertungsprüfung verändert. Wir wollen spannend und attraktiv bleiben."