Europaspiele in Minsk: Ein bisschen wie Olympische Spiele

Europaspiele in Minsk : Ein bisschen wie Olympische Spiele

Radsportlerin Hannah Ludwig vom RSC Stahlross Wittlich ist eine von neun rheinland-pfälzischen Sportlern bei den am Samstag im weißrussischen Minsk beginnenden Europaspielen.

Bei der Einkleidung in der Geschäftsstelle des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Frankfurt am Main kam schon etwas olympisches Flair auf. So viele Klamotten, nur für einen Wettkampf, habe sie noch nie bekommen, erzählt Hannah Ludwig. Ähnlich wie bei Olympischen Spielen tritt die deutsche Mannschaft auch bei den vom 21. bis 30. Juni zum zweiten Mal ausgetragenen Europaspielen einheitlich auf. Mit dabei bei dem Multisportevent in der weißrussischen Hauptstadt Minsk ist Hannah Ludwig aus Traben-Trarbach.

Sie freue sich auf das Straßenrennen gleich am ersten Wettkampftag am Samstag (22. Juni, 11.30 Uhr MESZ, Sport1) Zusammen mit Clara Koppenburg (Konstanz), Liane Lippert (Friedrichshafen), Christa Riffel (Graben-Neudorf) und Romy Kasper (SC DHfK Leipzig) bildet Ludwig das deutsche Team. „Die Mannschaftstaktik werden wir am Freitag besprechen“, glaubt Ludwig, dass kurzfristig entschieden wird, wie die deutsche Mannschaft das Straßenradrennen der Europaspiele versucht zu gestalten.

Die Helferrolle ist für Ludwig nichts Neues. Seit Jahresbeginn fährt die 19-Jährige vom RSC Stahlross Wittlich für das Team Canyon/SRAM Racing unter anderem mit der Mannschaftszeitfahr-Weltmeisterin Lisa Klein. „Manchmal fragen mich Leute, ob meine Saison nicht so gut laufe. Viele verstehen nicht, dass Radsport ein Mannschaftssport ist. Viele denken bei Mannschaftssport nur an Fußball oder Handball“, erzählt Ludwig. Erfolg definiert sich deshalb nicht nur individuell über die eigene Platzierung in einem Rennen, sondern dadurch, was das Team erreicht. „Meine Aufgabe ist es meist, in Ausreißergruppen mitzugehen“, erzählt sie.

Der Sprung von der Junioren- in die Eliteklasse war eine Herausforderung, sagt die deutsche U-19-Abonnementmeisterin: Plötzlich praktisch kein Rennen mehr im zweistelligen Kilometerbereich. „Aber ich habe das ja gewusst und schon letztes Jahr mehr trainiert“, erklärt Ludwig, dass sie damit gut zurecht kommt. Zuletzt war sie Ende Mai/Anfang Juni bei der Thüringen-Tour, dem bedeutendsten Frauen-Etappenrennen über knapp 600 Kilometer in sechs Tagen, dabei. Drei Fahrerinnen ihres Team schafften es im Gesamtklassement unter die ersten Zehn. Ludwig belegte in der Wertung der Nachwuchsfahrerinnen den zehnten Platz. In der Mannschaftswertung verpasste ihr Team den Sieg nur um 39 Sekunden.

Von den Europaspielen in Minsk geht für Ludwig am letzten Juni-Wochenende direkt weiter zu den Deutschen Meisterschaften auf den Sachsenring. Beim Einzelzeitfahren kann sie dann auch mal ohne Teamorder auf eigene Rechnung fahren.

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