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Ex-Präsident und früherer Sponsor muss FSV Salmrohr 150.000 Euro zahlen

Nachschlag per Gerichtsurteil : Ex-Präsident und früherer Sponsor muss FSV Salmrohr 150.000 Euro zahlen

Nach rund dreieinhalb Jahren steht der Rechtsstreit zwischen dem FSV Salmrohr und seinem früheren Präsidenten und Hauptsponsor Helmut Meeth vor dem Abschluss: Der Senat am Oberlandesgericht (OLG) in Koblenz hat durch Urteil entschieden, dass Meeth mit seinem Unternehmen 150 000 Euro (zuzüglich Zinsen) an den FSV zahlen muss.

Das entspricht dem Betrag, den Meeth kurz nach seinem Abschied (siehe Extra) im Januar 2014 während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins zugesagt hatte (nach Ansicht des FSV war dies eine sogenannte Patronatserklärung). Einmalig 100 000 Euro sollten demnach für die Saison 2013/14 fließen und weitere 50 000 Euro in der darauffolgenden Spielzeit folgen, insofern die Vereinsführung den FSV nach seinen Vorstellungen solide weiterführen würde. Meeth zahlte aber nicht. Ein langwieriges Verfahren zog sich hin – bis das OLG nun am 3. Januar zu einer Entscheidung kam.

Gerichtssprecher Dr. Christoph Syrbe spricht von „einem salomonischen Urteil“. Schließlich sah man in Koblenz keine Schuld bei Meeth persönlich, weshalb die Klage gegen ihn als Privatperson abgewiesen wurde. Zahlbar, so Syrbe weiter, sei der Betrag „im Prinzip sofort“. Möglich sind aber noch binnen eines Monats eine Revision und der damit verbundene Gang vor den Bundesgerichtshof.

Insgesamt hatte der FSV Salmrohr gegenüber Meeth selbst und über seine Firma 269 000 Euro geltend gemacht. Den die 150 000 Euro übertreffenden Betrag einzufordern, sahen die Salmrohrer deshalb als gerechtfertigt an, weil Meeth während seiner Amtszeit als Präsident „in erheblichem Umfang Spieler- und Trainerverträge abgeschlossen habe, ohne dies mit dem Präsidium des Vereins abzustimmen“, so das Gericht. Dies habe den FSV an den Rand der Insolvenz gebracht, wodurch dem Verein weitere Schäden entstanden seien. Eine Schadensersatzpflicht sah das OLG aber nicht. Das wiederum hätte „eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Pflichtverletzung“ vorausgesetzt.

Während Meeth weder am Mittwoch, noch am Donnerstag für den TV telefonisch zu erreichen war, hielt sich Christian Rauen, zweiter Vorsitzender des FSV Salmrohr, zudem Urteil aus Koblenz insgesamt bedeckt: „Das Thema ist noch nicht in Gänze ausgestanden. Es laufen noch Nebenklagen.“

Unter anderem versucht Meeth nach TV-Informationen nun, zumindest einen Teil der 150 000 Euro auch über Rauen als damaliges und heute noch amtierendes Vorstandsmitglied einzuklagen. Das fast 30 Seiten starke Urteil lag Rauen gestern vor:  „Ohne es mir schon komplett durchgelesen zu haben und alle juristischen Feinheiten verstanden zu haben, ist es aus meiner Sicht aber okay.“

Der von Meeth über dessen Firma zu zahlende Betrag ist derweil schon verplant: Sechs Personen, die dem FSV nach durchgestandenem (Plan-) Insolvenzverfahren Mitte 2014 finanziell wieder auf die Sprünge geholfen haben, sollen ihre geliehenen Gelder nun wieder zurückerhalten.