Explosive Kämpferin

Die 25-jährige Yasemin Colak lebt in Menningen und studiert Architektur an der Fachhochschule in Trier. Sie ist eine talentierte Kämpferin. Obwohl sie gerade mal drei Jahre diesen harten Sport ausübt, kann sie schon eine beachtliche Bilanz vorweisen.

Trier. Die Liste ihrer Erfolge ist schon lang: In diesem Jahr ist die Trierer Studentin Yasemin Colak bereits ICO Weltmeisterin. Im vergangenen Jahr gewann die 25-Jährige die Bronze-Medaille bei der IFMA Weltmeisterschaft 2011 in Uzbekistan, den ersten Platz beim European Cup in Dresden 2011 und war Teilnehmerin der IFMA Europameisterschaft in der Türkei 2011 und 2012. Auch Deutsche und Rheinland-Pfalz-Meisterschaften konnte sie schon für sich entscheiden.
2000 Athleten aus 80 Ländern


Ihr jüngster Erfolg: Vizeweltmeistern IFMA Weltmeisterschaft 2012 in St-Petersburg.
Durch ihre bisherigen Erfolge hatte sie auf sich aufmerksam gemacht, so dass der Präsident und Nationaltrainer des Muay Thai Bunds Deutschland (MTBD), Detlef Türnau, sie ins Nationalteam aufnahm, um Deutschland in der Gewichtsklasse -54 Kilogramm auf der Weltmeisterschaft in St. Petersburg (Russland) zu vertreten.
Fast 2000 Athleten repräsentierten mehr als 80 Länder: die Olympischen Spiele des Muay Thai. Ein Event, das ein Testlauf und die Qualifikation für die Sport Accord World Combat Games 2013 ist. Mit unter den Teilnehmern die Crème de la Crème (des Thaiboxens): Unter den Männern fanden sich Kämpfer wie Artem Levin, Artem Vakhitov, Dimitri Valente oder Andrei Kulebin. Für die Frauen traten unter anderem Valentina Chevchenko, Madeleine Vall, Joanna Jedrzejczyk und Yasemin Colak aus Trier an.
Für dieses Abenteuer Weltmeisterschaft wurde sie von ihrem neuen Trainer Mous Bouharrak vorbereitet. Er passte das Training so an sie an, dass Yasemin lernte, ihre Explosivität und Mobilität besser einzusetzen.
Yasemin bewies auf dem Weg bis ins Finale, dass sie nicht zum verlieren nach St. Petersburg gekommen war. Im Viertelfinale dominierte sie klar, die Kämpferin aus dem Iran.
Im Halbfinale traf sie auf eine alte Bekannte, gegen die sie noch im April auf der Europameisterschaft in Antalya verloren hatte. Ganz überrascht wirkte die türkische Delegation, als Yasemin wie ausgewechselt ihre Gegnerin mit explosiven Angriffen klar auspunktete und somit weiter ins Finale rücken konnte.
Im Finale startete Yasemin wie schon zuvor sehr stark gegen eine größere und erfahrene Kämpferin aus Kanada.
Als das Gold schon zum Greifen nahe war, machten sich leider die vorhergegangenen Strapazen wie das tägliche Abkochen, um auf das geforderte Gewichtslimit zu kommen und die zu kurze Vorbereitungs- und Eingewöhnungszeit mit dem neuen Trainer bei Yasemin körperlich und mental bemerkbar. So ging die Goldmedaille diesmal leider nach Kanada. red
Trainer Mous Bouharrak ist fest davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Yasemin die Goldmedaille für Deutschland holt. red