Fairplay-Tour: In die Pedale treten für eine bessere Welt

Fairplay-Tour : In die Pedale treten für eine bessere Welt

Seit 20 Jahren engagieren sich Jugendliche bei der Fairplay-Tour für Solidarität, Gerechtigkeit und ihre Altersgenossen in Afrika. Am heutigen Freitag (21. Juni) startet die Rad-Etappenfahrt mit einer Sternfahrt nach Polch.

(teu) Wenn am letzten Juni-Samstag das Ziel bei der Lebenshilfe Trier erreicht ist, werden sich alle wieder in den Armen liegen, jubeln. Dann ist alle Anstrengung, die eine Rad-Etappenfahrt wie die Fairplay-Tour mit sich bringt, vergessen. Bis es so weit ist, wartet auf die rund 350 Jugendlichen und ihre Betreuer eine anstrengende, aufregende und erlebnisreiche Woche auf den Straßen der Großregion.

860 Kilometer, die Sternfahrt zum gemeinsamen Treffpunkt in Polch nicht eingerechnet, liegen vor den Schülern. „Wenn man jeden Tag im Schnitt gut 100 Kilometer mit dem Fahrrad bewältigen muss, sollte man eine gewisse Fitness mitbringen“, sagt Klaus Klaeren. Die Rückmeldung von den einzelnen Gruppen, die vor allem aus dem nördlichen Rheinland-Pfalz, dem Saarland, aber auch aus Nordrhein-Westfalen, Luxemburg und Belgien kommen, stimme optimistisch: „Es wurde fleißig trainiert“, erzählt der Geschäftsführer der Trierer Sportakademie.

1999 initiierte Klaeren zusammen mit den Jünkerather Lehrer Herbert Ehlen erstmals die Radtour für Solidarität mit Kindern und Jugendlichen in Afrika, für ein geeintes Europa und gegen Ausgrenzung und Hass. Das zeigt bereits: Es geht nicht (nur) um sportliche Leistung. Außer zu trainieren, verpflichten sich die Teilnehmer, Geld für Schulbauprojekte im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda zu sammeln. Zusammen mit anderen Spenden flossen so bisher mehr als drei Millionen Euro in Hilfsprojekte. „In der Regel kommen allein durch die Tour-Teilnehmer alljährlich zwischen 25 000 und 30 000 Euro zusammen“, erzählt Klaeren.

Geld, das in Hilfe zur Selbsthilfe gut angelegt ist, wie sich einige Fairplay-Tour-Teilnehmer bei einer Reise nach Ruanda überzeugen konnten. „Die Slums, die ich in Kenia kennengelernt habe, sieht man in Ruanda nicht“, erzählt Kaspar Portz, der mit der Gruppe von Bekond aktiv einer der treusten Fairplay-Tour-Unterstützer ist. „Man sieht nur wenige, bis gar keine ganz ärmliche Verhältnisse. Es kann natürlich schon mal sein, dass ein Loch im Dach ist“, berichtet Adrian Wirtz, der ein Jahr lang in Ruanda gelebt und bei einer Hilfsorganisation gearbeitet hat. Ordentliche Schulen für die vielen Kinder finanzieren, um damit Bildung und damit die Entwicklungschancen zu mehren, ist das Ziel, das mit Fairplay-Tour-Spenden an 25 ruandischen Schulen verwirklicht wurde.

Mit dem Partner Deutsche Welthungerhilfe richtet sich der Blick nun verstärkt auf das Nachbarland Burundi, in das Portz mit der Fairplay-Delegation auch einen Abstecher gemacht hat. Dort sei noch viel zu tun. An der Mutara-Grundschule in der burundischen Provinz Kirundo mit ihren fast 1100 Schüler, die von 22 Lehrern unterrichtet werden, fehlt es teilweise am nötigsten: Schulbänke, aber auch sanitäre Anlagen. Sechs neue Klassenräume und Toiletten mit einer Wasserversorgung über Regenwassertanks sollen entstehen.

Die Fairplay-Tour-Radler haben also guten Grund kräftig in die Pedale zu treten. Dass gleich am ersten Etappentag (22. Juni) die Königsetappe über 120 Kilometer über das „Dach der Tour“, den Erbeskopf ansteht, sieht Klaeren gelassen. „Wir haben an dem Tag keinen Zeitdruck“, erklärt er. An anderen Tagen wird sich der Tour-Tross schon einmal beeilen müssen. Denn nicht nur Schüler, Lehrer und die Bevölkerung, auch Politiker werden bei 17 Empfängen für die Themen der Fairplay-Tour sensibilisiert.

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