Fuffziger - und zwar echte!

Der Tischtennisclub Hermeskeil blickt auf ein ereignisreiches halbes Jahrhundert zurück und feiert groß.

Hermeskeil Klack! - Klack, klack, klack. Quietsch. Quiiiietsch. Der permanente, durch Mark und Bein gehende, für Ungewohnte nervende Geräuschpegel manifestiert sich zu einer festen akustischen Mauer an diesem lauen Juni-Abend. Schauplatz: eine kleine, aber feine Sporthalle, gelegen und kaum einsehbar an der Rückseite von Gymnasium und (früherer) Berufsschule der Hochwaldstadt.
Geräusch Nr. 1 beruht auf dem Springen, Rollen, Geschmettert und feinfühlig touchiert Werden federleichter Zelluloid-Bälle. Nr. 2 wird produziert von den Abrieb sohlen der Sportschuhe, die im ständigen Stakkato der Vor-, Rück- und Seitwärtsbewegungen auf dem Hallenboden malträtiert werden.
Es ist Freitag, und die Herren des heimischen Tischtennis-Clubs trainieren. Das tun sie schon sehr lange. Nicht nur an diesem Abend, sondern überhaupt. Seit fast einem halben Jahrhundert. Der TTC Hermeskeil feiert nämlich in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag.
Tischtennis, das ist und kann vieles sein. Vom Prinzip des "gesunden Geistes in einem gesunden Körper" resultierender Ertüchtigung, über (fälschlicherweise) belächeltes Ping-Pong bis hin zu zirzensischer Höchstleistung asiatischer Meister. In keiner anderen Sportart ist die Bandbreite des exzellenten Könnens, aber auch die Möglichkeit, sich selbst im Kleinen immer wieder zu verfeinern und zu verbessern, so groß wie im Duell Eins-gegen-eins an der Platte.
Einer, der das schon 48 Jahre in diesem Verein mitmacht (also genau 96 Prozent des Bestehens), ist Uli Jansen. Spieler, Geschäftsführer, Mädchen für alles. Der pensionierte Gymnasial-Pädagoge hat (mit vielen anderen an dieser Stelle Ungenannten im Lauf eines halben Jahrhunderts) Minis, Schülern, Kindern, Jugendlichen, Senioren und in die Jahre gekommenen, aber immer von diesem Spiel faszinierten Menschen zum Griff an den Schläger verholfen.
Ob nun regionale Einzelmeisterschaften, ob Mini-Camps, ob Jedermann-Turniere, ob Organisation des Spielbetriebs, ob internationale Begegnungen mit Tischtennis-Freunden aus der Schweiz: Tischtennis war bunt in der Hochwaldstadt - im wahrsten Sinne des Wortes und soll es bleiben. Der TTC Hermeskeil erfüllte in diesen 50 Jahren viele unterschiedliche Aufträge; sportliche, soziale, gesellschaftliche, pädagogische. Tischtennis in Hermeskeil, das war (und ist) immer noch viel mehr als nur die richtige Griffhaltung. Mehr als nur schmettern oder "schnibbeln."
Von "Mr. Pokerface" Eberhard Schöler, der das deutsche Tischtennis in den 1960er und 1970er Jahren international salonfähig gemacht hat, zirkuliert das Zitat, er sei "der Fairste unter den Fairen, der Toleranteste unter den Toleranten und der Anständigste unter den Anständigen" gewesen. Derlei positive Charakterzüge dürfen ab sofort auch die Hermeskeiler Tischtennis-Cracks für sich in Anspruch nehmen: Sie sind Fuffziger. Und zwar echte. Keine falschen!Extra: FEIER UND EHRUNGEN IN REINSFELD


(jüb) Gefeiert wird das "halbe Jahrhundert" TTC Hermeskeil am kommenden Samstag, 10. Juni, ab 18 Uhr, im Landgasthof Kuhl in Reinsfeld. An diesem Tag stehen unter anderem auch diverse Grußworte von Verbands-Funktionären, Vertretern lokaler Behörden und Einrichtungen sowie Ehrungen und Auszeichnungen verdienter Mitglieder des TTC auf dem Programm.