Fußball: Eintracht-Fans heute vor Gericht

Fußball: Eintracht-Fans heute vor Gericht

Sieben Anhänger der Eintracht müssen sich ab heute vor dem Trierer Amtsgericht verantworten. Nur die Polizei habe ihren Angriff auf gegnerische Fans verhindert, so die Staatsanwaltschaft.

Trier. (jp) Eine Gruppe von Fußball-Fans sitzt auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Landfriedensbruch vor: Am 12. September 2009 haben sich die Angeklagten vor dem Regionalliga-Spiel der Eintracht gegen Wormatia Worms laut Anklage "entschlossen, Anhänger der gegnerischen Mannschaft zu attackieren oder zumindest einzuschüchtern".

Nur der massive Einsatz der Polizei, so argumentiert die Staatsanwaltschaft, habe die Angeklagten von Übergriffen auf die Fans der gegnerischen Mannschaft abgehalten.

Vor und während des Heimspiels, die Eintracht gewann am Ende mit 2:1, wurden nach Polizeiangaben 20 Eintracht-Anhänger der Ultra-Szene, einer Fußball-Subkultur, im Alter von 17 bis 31 Jahren in Gewahrsam genommen. Sie gehörten zu einer 40-köpfigen Gruppe, die versucht haben soll, den Gästeblock zu stürmen.

Die Partie gegen Worms war Auslöser eines Krisengesprächs zwischen Verein und Fan-Szene. Bei einem Treffen von Vertretern der Vereinsführung, der Fans und der Polizei hat die Clubspitze von Eintracht Trier danach deutlich gemacht, als Konsequenz aus den Vorfällen beim Heimspiel gegen Worms in 21 Fällen Stadionverbote auszusprechen.

Die Polizei hatte diese Verbote bereits kurz nach dem Spiel gegen Worms gefordert. Grundsätzlich sind die bundesweit geltenden Stadionverbote auf drei Jahre ausgelegt.

Die endgültige Dauer der einzelnen Verbote steht noch nicht fest. Sie soll erst nach dem vollständigen Abschluss der polizeilichen Ermittlungen und dem Urteil im Prozess vor dem Amtsgericht individuell für jeden Betroffenen festgelegt werden.

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