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Ganz ohne Mosel geht es nicht

Ganz ohne Mosel geht es nicht

Seriensieger Volkswagen weg, stattdessen das Comeback von Toyota. Der Weltmeister in einem Privat-Team, dazu die Frage: Wie viel Trier steckt noch in der Rallye Deutschland im August? Viele Fragen liegen über der am Wochenende beginnenden Saison in der Rallye-WM 2017.

Trier/Monte Carlo. Wenn die "alte Dame Monte" zum Tanz auf Schnee und Eis in den französischen Seealpen bittet, dann wissen die Rallye-Freunde: Die WM beginnt wieder. In diesem Jahr wird eine neue Ära eingeläutet. Volkswagen, Seriensieger der vergangenen Jahre, hat sich als Folge des Abgas-Skandals werksseitig von der WM verabschiedet. Dafür feiert mit Toyota (Yaris WRC) ein Titelträger früherer Jahrzehnte sein Comeback. Der Franzose Sébastien Ogier, im VW Polo R WRC 2016 erneut souverän Champion geworden, versucht sein Glück nach dem Abschied seines bisherigen Arbeitgebers jetzt im Ford Fiesta RS WRC des Werks-unterstützten britischen Teams M-Sport. Neuville als Mitfavorit

Sein ehemaliger Team-Kollege und schärfster Konkurrent, der Finne Jari-Matti Latvala, soll Toyota als Frontmann im Yaris WRC in einem Dreijahres-Plan wieder an die Weltspitze heranführen. Noch aber geben sich die früheren Toppiloten bescheiden. Ogier hat im neuen Fiesta zwar seit Anfang Dezember rund 6000 Testkilometer absolviert, schiebt aber ebenso wie Latvala ("Im ersten Jahr wollen wir ankommen, lernen und ab und zu ein paar Punkte sammeln") der Konkurrenz die Favoritenrolle zu. Hyundai in seinem vierten WM-Jahr mit dem Belgier Thierry Neuville im i20 WRC und Citroen mit dem exzentrischen Chris Meeke im C3 WRC möchten gerne die Ogier-Nachfolge antreten und auch die Hersteller-Wertung für sich entscheiden. Neuville ("Wir sind bereit für den großen Wurf") wird sich bei der "Deutschland" in der Region wieder auf viele belgische Fans freuen dürfen. Nach der Rosenkrieg-Scheidung der WM vom langjährigen Standort Trier und dem Umzug ins Saarland ist derzeit vor allem eines angesagt: Spekulationen und Stochern im Gerüchte-Nebel. Die Moselprüfungen, immer das Charakteristikum des deutschen WM-Lauf-Freitags sollen beibehalten werden. Feilscherei um Ollmuth

Der Rundkurs bei Ollmuth hat im Premierenjahr 2016 viele Befürworter gefunden. Hinter den Kulissen wird um dessen Verbleib als Freitags-Abschluss gefeilscht. Ach ja, ein paar Regeländerungen gibt es auch noch: Spektakulärere, (noch) schnellere Fahrzeuge, die (noch) schwieriger zu beherrschen sind, bleiben 2017 den Piloten der in der Hersteller-Wertung eingeschriebenen Werksteams vorbehalten. Die WM wird damit zur Zweiklassen-Gesellschaft. Und die Deutschen? Da dürfte am ehesten Ex-Meister Armin Kremer, ein ausgewiesener Freund des Standorts Trier, im Skoda R5 in der WRC2 eine Rolle spielen. Die ganz laute Musik wird 2017 von anderen gemacht. Extra

Die Rallye-WM 2017 auf einen Blick: Rallye Monte Carlo (19. - 22. Januar) Rallye Schweden (10. - 12. Februar) Rallye Mexiko (10. - 12. März) Rallye Frankreich (7. - 9. April) Rallye Argentinien (28. - 30. April) Rallye Portugal (19. - 21. Mai) Rallye Italien (9. - 11. Juni) Rallye Polen (30. Juni - 2. Juli) Rallye Finnland (28. - 30. Juli) Rallye Deutschland (18. - 20. August) Rallye Spanien (6. - 8. Oktober) Rallye Großbritannien (27. - 29. Oktober) Rallye Australien (17. - 19. November)