Gladiators Trier empfangen Leverkusen

Basketball : Weißt Du noch, wie‘s früher war?

Trier gegen Leverkusen: Erinnerungen an einen ehemaligen Bundesliga-Kracher vor dem heutigen Gladiators-Heimspiel.

Als er die Frage hört, kann Hansi Gnad einen Seufzer nicht verbergen: Trier gegen Leverkusen – ein Traditionsduell? „Achja gut, wenn man – so wie ich – die alten Bundesliga-Duelle beider Clubs miterlebt hat, dann wird man schon ein bisschen wehmütig, wenn man anlässlich solch einer ProA-Partie nun daran zurückdenkt.“

Doch der Trainer der Bayer Giants Leverkusen, dem früheren Vorzeigeclub des deutschen Basketballs, schiebt hinterher: „Meine Jungs hier in Leverkusen, das muss ich dazusagen, die kennen die Bundesliga-Zeiten gar nicht mehr, wissen nicht, wie das früher war in der Halle am Mäusheckerweg, als wir uns gegen Charly Brown, Bernard Thompson und die anderen Trierer harte Duelle geliefert haben.“ Am Ende gelte es für ihn und sein Team sowieso, nicht wehmütig an alte Zeiten zu denken, sondern sich darüber Gedanken zu machen, wie das Spiel in Trier zu gewinnen sei.

Hansi Gnad: Der Mann hat im Basketball so gut wie alles erlebt: 1993 Europameister mit der deutschen Nationalmannschaft – als Kapitän. Unzählige Spiele absolviert für Clubs wie Real Madrid, Bayer Leverkusen, Alba Berlin oder BSC Saturn Köln, dazu 181 Länderspiele. Korac Cup eingefahren, Deutsche Meisterschaft gleich mehrfach und bei Olympia zweimal dabei gewesen – einmal als Spieler, einmal als Co-Trainer. Kurz gesagt: Hans-Jürgen – genannt Hansi – Gnad gehört zu den bedeutendsten Basketballern Deutschlands.

Seit 2018 arbeitet der 56-Jährige als Cheftrainer für die Bayer Giants Leverkusen. Der mit 14 Titeln noch immer amtierende deutsche Rekordmeister, dessen Absturz vor gut zehn Jahren begann, als die Bayer AG ihr Basketball-Sponsoring beendete, er ist dabei, sich so langsam wieder nach oben zu arbeiten. Wesentlichen Anteil daran hat Hansi Gnad. Der frühere Center holte mit den Riesen vom Rhein im Frühjahr den Titel in der 3. Liga und tritt mit seinem Team am Samstag bei den Römerstrom Gladiators Trier an (19.30 Uhr/Arena Trier).

Während das Team von Cheftrainer Christian Held nach zuletzt drei Niederlagen in Serie und dem langfristigen verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Simon Schmitz aktuell eine harte Zeit durchlebt, ist die Stimmung am Rhein deutlich besser. Aufsteiger Leverkusen hat sieben seiner ersten elf Duelle gewonnen, ist momentan das Überraschungsteam der 2. Bundesliga. Und das, obwohl Coach Gnad doch mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison gestartet war. Der Europameister von 1993 betont trotz aktuell Platz sechs: „In jedem Spiel geht es für uns erst mal nur gegen den Abstieg. Denn auch wenn wir sicher schon mal eine Phase hatten, in der wir ganz anständig gespielt haben, haben wir am Wochenende erlebt, dass es auch anders geht.“ Da habe sein Team in Jena mal zu spüren bekommen, „wie hoch die Trauben hängen können“ in der ProA. Mit 68:95 kam Bayer beim Bundesligaabsteiger unter die Räder. „Wenn wir in Trier irgendwie mitspielen wollen, müssen wir uns ganz anders präsentieren.“

Dennoch sei er mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden, gesteht der gebürtige Hesse, und fügt an: „Wir haben nicht den einen Superstar, um den sich alles dreht. Bei uns ist die Last auf vielen Schultern verteilt.“

Zwei dieser Schultern gehören Center Dennis Heinzmann. Der frühere Kölner ist mit 2,16 Metern der zweitgrößte Spieler der Liga nach Kirchheims Nachwuchsmann Andreas Nicklaus (2,17 Meter). Neben den US-Amerikanern Nicholas Hornsby und Colter Lasher gehört der 28-Jährige zu den Stützen des Teams.

Bayer Giants Leverkusen Saison 2019_2020 Basketballtag 2019 Bayer Giants Leverkusen vs Fast-Break Leverkusen. Foto: mf/Michael Fleschenberg

Übrigens: Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams – im Januar 2016 in der ProA – konnte Trier mit 72:66 für sich entscheiden.